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3 Monate Thessaloniki

Heute ist der 1. November und wir sind jetzt 3 Monate in Thessaloniki. Die ersten vier Wochen waren ausschließlich dem Einrichten gewidmet. Nachdem wir Dauerkunde bei Praktiker (Jaaa, es gibt hier noch einen Praktiker, jippie!) und Ikea waren (mindestens 3x/Woche), ist dann irgendwann doch alles zusammengeschraubt und aufgebaut und steht an seinem Platz und wir fühlen uns sehr wohl. Bisher gibt es noch keine Stehrümchen - die Kleinigkeiten, die es zu einem zu Hause machen, kommen so nach und nach und die vielen kleinen Reparaturen, die mich hier und da angucken, werde ich auch dann erst in Angriff nehmen, wenn ich irgendwann anfange, mich zu langweilen.

Den ganzen September und Oktober über waren liebe Freunde und Verwandte da, mit denen ich angefangen habe, die Gegend zu erkunden. Mit Einigen habe ich schon kleine e-bike-Touren gemacht und ansonsten (da wir bisher nur ein Auto haben) haben wir eben bis nachmittags um 16.00 gewartet dass Lutz aus der Schule kommt und sind dann erst zum Strand gefahren. Was völlig ok war, weil es meistens vorher sowieso zu heiß war.

Das Einzige was wirklich lästig war, ist wenn ich mal etwas anderes als Lebensmittel einkaufen wollte. Da ist 16.00 dann ein bisschen spät, weil man 30 Minuten bis zu den Geschäften fährt und außerdem liegen Praktiker, Ikea ect. direkt neben Lutz Schule; man würde also hin und direkt wieder zurück fahren... Also habe ich mal die Variante versucht, mit Lutz um 6.15 aufzustehen und zusammen mit ihm zur Schule zu fahren, um Einkäufe zu erledigen. Meine Erlebnisse dabei habe ich Euch ja schon in meinem Artikel => "Großeinkauf" beschrieben. Danach war klar: Das mache ich so nicht noch mal! Nächste Alternative: Lutz kommt Donnerstags um 15.30 nach Hause und fährt um 18.30 noch mal in die Schule, um bis 21.00 Fußball mit anderen Lehrern zu spielen. Ich fahre mit und gehe shoppen... Das ist bisher meine Lieblingsvariante, weil ich in der Zeit meine Listen ganz gut abgearbeitet bekomme. Außerdem sind die Straßen um diese Uhrzeit nicht mehr so voll, was mir auch sehr entgegen kommt. Ich bin zwar inzwischen auch hier der sichere Autofahrer, der ich in Deutschland war, aber die griechischen Autofahrer werden einfach nicht meine Freunde...

 

Noch eine Variante ist natürlich Bus fahren. Auch das habe ich versucht, aber da der völlig überfüllte Bus gefühlte tausend Haltestellen ansteuert, dauert die Fahrt bis zu Ikea ohne Umsteigen fast eine Stunde und Einkäufe damit zu erledigen kann ich mir gar nicht vorstellen, da der Bus nur entlang der Hauptstraße hält und ich dann mit Tüten und Taschen beladen noch die sehr steilen 700 m hoch zu unserem Haus meistern müsste. Um in die Innenstadt zu kommen, steigt man bei Ikea dann noch in einen anderen Bus und braucht dann insgesamt fast zwei Stunden, was Lutz und ich mal versucht haben (=> Thessaloniki oder Kölle alaaf 1)

Also haben wir mir letzte Woche noch ein kleines Auto gekauft - mehr darüber berichte ich euch nächste Woche (=> Die European CitizenCard 1)

So langsam kommt nun auch das Gefühl dafür, dass wir hier leben und nicht nur einen tollem Urlaub verbringen, was sich anfangs permanent so anfühlte. Andererseits hat es sich aber auch nicht so ganz nach Urlaub angefühlt, weil wir ja vier Wochen lang jeden Tag Kisten ausgepackt und eingeräumt und Möbel aufgebaut haben und dann acht Wochen lang nicht Urlauber sondern Gastgeber waren.

Die Gegend hier haben wir aber inzwischen schon ganz gut erkundet und haben sogar schon einen Lieblingsstrand! Den könnt ihr Euch im Artikel => "Unsere Strände" angucken!

Und jetzt fangen wir an, unsere Fühler nach Freizeitzielen auszustrecken, die im Umkreis von 2-3 Stunden liegen und die wir mal mit Übernachtung an einem Wochenende machen können (Die Berichte über unseren Kurzurlaub nach Kavalla am letzten Wochenende kannst Du => hier auch schon lesen)

 

Jeden Tag wird es jetzt ein bisschen mehr Herbst, was hier nicht bedeutet, dass die Landschaft sich irgendwie verändert, sondern dass man sage und schreibe auch mal eine Regentag (mit 10-15 Grad) zwischen den immerwährenden Sonnentagen hat und die Temperaturen ansonsten "nur noch" bei gemäßigten 21-25 Grad liegen. Gestern haben wir Holz für den Kamin und Öl für die Heizung bestellt und ich habe bei JUMBO Gardinen gekauft, hinter die ich noch Fleecedecken nähen werde, sodass wir die Fenster und Türen alle dick einpacken können...

Wie wir schon vermutet hatten, weil es uns in Mexico genau so ging, bemerkt man im Alltag eigentlich gar nicht mehr so richtig, wie toll es ist, dass es im November immer noch so warm ist, sondern hat sich sehr schnell an das angenehme Klima gewöhnt. Die Strandbesuche haben natürlich etwas nachgelassen (heute Abend gehen wir auf jeden Fall mal wieder runter) und ich bin gespannt, ob wir es schaffen, auch über die Wintermonate noch regelmäßig zum Strand zu gehen...

 

Ansonsten bin ich jetzt schon drauf und dran Weihnachtsplätzchen zu backen und da Till mir den guten 3:1 Gelierzucker aus Deutschland mit gebracht hat, kann ich jetzt auch wieder leckere Marmelade selber machen (griechische Marmelade schmeckt einfach nur grausam süß). Die ersten Gläser sind schon verschenkt und die nächsten werden dann leckere Weihnachtsgeschenke für die Freunde und Kollegen hier. Weihnachtsstimmung spürt man vom Wetter her zwar noch überhaupt nicht, in den Geschäften werden allerdings schon ganz fleißig Weihnachtsartikel angeboten - aber das ist in Deutschland glaube ich nicht anders. Und im Kopf weiß ich, dass es nur noch sieben Wochen sind...

Wir schwanken immer noch, ob wir mit dem Auto nach Deutschland fahren sollen und alle Dinge mitbringen, die uns hier noch fehlen oder doch lieber fliegen? Jetzt werdet Ihr denken: Sachen mitbringen? Ist denn nicht alles in Griechenland viel billiger? Denkste! Ich verstehe es zwar nicht wirklich, weil ein durchschnittliches Monatseinkommen hier 600 € beträgt und die meisten Griechen also echt sehr sehr wenig Geld haben, aber fast alles ist hier 10-20% teuerer als in Deutschland!

Und natürlich gibt es auch nicht alles zu kaufen, wie z.B. den 3:1 Gelierzucker...

 

Was kann ich euch noch erzählen?

Der Alltag hier erinnert uns sehr häufig an abgespecktes Mexico - sehr schön und manchmal sehr kompliziert. Die Menschen sind fast alle unglaublich freundlich und oft passiert es uns, dass wir von Leuten angesprochen werden, die sich freuen Deutsch sprechen zu können und uns erzählen, dass sie lange in Deutschland gelebt haben. Und das sind dann immer sehr nette und herzliche Begnungen.

Da ich inzwischen auch alleine einkaufen gehe, werde ich allerdings witzigerweise immer wieder vor allem von älteren GriechInnen angesprochen, die mit mir über ihre Einkäufe plaudern wollen - sehr witzig! Und jedesmal merke ich wieder, dass ich unbedingt Griechisch lernen will! Aber DAS ist echt noch ein langer Weg, bis ich die Omi im Supermarkt dann auch verstehe, weil ja sogar die Schrift anders ist und man wirklich wirklich kein einziges Wort versteht! Das ist so wie bei Russisch - da versteht man ja auch überhaupt nichts... Aber wenn ich dann mal endlich angefangen haben werde, Griechisch zu lernen, brauche ich praktischerweise einfach nur öfter einkaufen zu gehen und habe den besten kostenlosen Konversationskurs, den ich mir vorstellen kann!...

 

Übrigens

Das Lehrbuch, das eine Freundin mir geschenkt hat, die nach einem Jahr das Handtuch geschmissen hat liegt schon bereit und das Alphabet habe ich auch schon sorgfältig (inklusive Lautschrift) abgemalt und über den Schreibtisch gehängt...

Ich werde berichten!

 

Nächste Woche fange ich ganz bestimmt an!... Morgen?...

Nein, morgen noch nicht...

Morgen nähe ich lieber noch ein paar Vorhänge...

Oder schreibe was in meinen blog...

Oder repariere die quitetschenden Türklinken...

Oder ich backe Plätzchen...

Oder mache Marmelade...

Oder öle die schwergängigen Rolladen...

Oder male eins der tollen Motive, die ich fotografiert habe...

Oder ich gehe mal wieder mit Lutz ans Meer...

... ... ...

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