· 

Januar in Thessaloniki

Guten Morgen Ihr Lieben,

      

der Januar im neuen Jahr ist rum und ich möchte Euch ein bisschen erzählen, wie so mein Jahresanfang war:

 

Noch im Dezember in Deutschland ist mir plötzlich bewusst geworden, dass das erste halbe Jahr von unseren drei bis sechs Jahren ja schon vorbei ist und wir außer einer kleinen Reise nach Chalkidiki und einer zweiten nach Kavala bisher noch nicht viel von Griechenland gesehen haben.

Und auch unseren guten Vorsatz, viel schöne Zeit am Meer zu verbringen haben wir im letzten Jahr nach und nach schleifen lassen...

 

Also haben wir nach dem Motto "Neues Jahr - Neues Glück" einen zweiten Anlauf gemacht und wie Ihr an meinen letzten beiden Blog-Einträgen seht, waren wir deutlich aktiver als im letzten halben Jahr.

Das tolle Wetter hier hat natürlich auch dazu beigetragen, dass wir viel unten am Strand gesessen und ein paar schöne Sonnenstunden genossen haben. Außerdem hatten wir letztes Wochenende schon unseren ersten Besuch hier und sind mit ihm natürlich auch schön zum Strand runter...

 

Es ist sehr spannend zu beobachten, wie die Dörfer hier, die ja sehr auf den einheimischen Tourismus ausgelegt sind, sich plötzlich verändern sobald die Tage mal wärmer werden: Die seit November fast ausgestorbene Promenade erwacht an so einem sonnigen Wochenende plötzlich zum Leben - etliche Restaurants öffnen für ein bis zwei Tage und hunderte von Menschen flanieren am Strand entlang.

Lediglich bei der Essensbestellung merkt man dann aber, dass keine Saison ist, denn die Lokale füllen natürlich nicht für so ein einziges Wochenende ihre Vorratskeller komplett auf und bei zwei von drei Gerichten zuckt der Kellner entschuldigend mit den Schultern...

 

Erinnert Ihr Euch an die Janosch-Geschichte "Ich mach dich gesund, sagte der Bär" - Ich liebe Janosch! (https://www.janosch.de/)

(https://www.janosch-shop.com/buecher/290-beltz-ich-mach-dich-gesund-sagte-der-bar-eines-tages-wird-der-kleine-tiger-krank-doch-der-kleine-bar-ist-schnell-zur-stelle-und-.html?search_query=Ich+mach+Dich+gesund&results=38)

 

Der kleine Tiger ist krank und darf sich vom kleinen Bär seine Leibspeise wünschen:

" “Springforelle mit Mandelkernsoße, Kartöffelchen und Semmelbröseln.”
"Haben wir nicht, sagte der kleine Bär, “sag was anderes.”
“Eiernudeln mit Mandelkernsoße und Semmelbröseln”, sagte der kleine Tiger.
“Haben wir auch nicht”, sagte der kleine Bär, “sag noch etwas anderes.”
“Semmelbrösel”, sagte der kleine Tiger, aber die hatten sie auch nicht.

“Sag doch mal: Bouillon!”, sagte der kleine Bär.
“Ja, Bouillon”, rief der kleine Tiger,“das wollte ich haargenau sagen.” "

 

Also, lieber Gast, sag doch bitte mal "Bouillon" oder noch besser "Frittierte Sardinen!"...

"Jaaa! Haargenau das, was ich ja eigentlich viel lieber bestellen wollte, als Oktopus oder Souvlaki!"...

Aber wir sind ja auch eigentlich gar nicht zum Essen hier, sondern zum Sonne tanken und Meer genießen genau wie alle anderen auch! Und jeder genießt anders: Letztes Wochenende ist uns tatsächlich ein ganz Mutiger (?) Abgehärteter (?) Verrückter (?) in Badehose und Joggingschuhen begegnet... Bei 10 Grad!!!...

 

Besonders die Nächte sind mit um die null Grad noch sehr kalt und keiner hat mehr Lust auf Kälte, aber das kennt man ja aus Deutschland!

In der Schule fallen grade Massen von Lehrern und Schülern krank ins Bett und bleiben auch locker mindestens eine Woche dort liegen; Lutz hat uns bisher allerdings mit täglich einem Glas frischem Orangensaft vor allen Ansteckungen bewahrt. Die Lage ist landesweit so schlimm, dass die Regierung grade überlegt, die Schulen zu schließen, damit die Kinder sich nicht noch weiter gegenseitig anstecken...

Insgesamt sind die Temperaturen hier nämlich leider ähnlich (kalt) wie in Deutschland, allerdings mit dem Unterschied, dass sich die Sonne hier einfach öfter blicken lässt! Und besonders eindrucksvoll ist dann morgens der Blick auf den schneebedeckten Olymp! Schöööön...

 

Was gibt es noch zu berichten?

Mein Griechisch-Lernen geht voran - ich lerne wieder jeden Morgen zwei Stunden und ich habe mir zu Weihnachten das Lehrbuch schenken lassen, mit dem der Uni-Kurs arbeitet "ελληνικά στο π + φ" und seit Anfang Januar schon zwei Kapitel durch gearbeitet.

Die Anderen im Unikurs sind grade bei Kapitel acht - mal sehen, ob ich es schaffe, sie einzuholen, denn dann habe ich die Option mit meinen beiden netten Mädels hier ab Herbst zusammen zum Unikurs zu gehen...

 

Mein Blog wächst und gedeiht; es macht sehr viel Spaß, die Seiten immer noch ein bisschen schöner zu machen und mit vielen kleinen Extras auszustatten und ich habe schon viele schöne Ideen für neue Artikel, Reisetipps und noch ein paar Erweiterungen!

Ich muss mich allerdings sehr zusammenreißen, nicht schon zum Frühstück an meinem blog rumzubasteln, sondern erst mal zum Beispiel zwei Stunden griechisch zu lernen oder auch mal so banale Dinge zu tun wie Einkäufe zu erledigen...

 

A propos: Ich war letzte Woche bei JUMBO einkaufen und da bald der Valentinstag ansteht, war es mal wieder eine Kunst, vor lauter Herzchen und kitschigstem Plastikgeblinke nicht in eine Schockstarre zu verfallen!... Es gab mitten in der Spielzeugabteilung unter anderem regenbogenfarbene durchsichtige blinkende Plastikrosen, riiiesige rote Kissen in Herz- und Kussmundform und nicht zu vergessen den Ständer mit Reizwäsche... Ist ja schließlich der Tag der Liebe!

 

Dann hatten wir noch ein paar Kümmernisse:

Zuerst mal wollte mein lieber kleiner Polo nach der Zwangspause über die Weihnachtsferien, in denen wir ja nicht hier waren, einfach nicht mehr anspringen... Lutz hat noch versucht, ihn unseren Hausberg runter rollen zu lassen, aber auch das hat nicht geholfen. Unten an der großen Kreuzung neben den Müllcontainern hat er ihn schließlich auf so eine Art natürlichen Parkplatz gerollt und ein freundlicher Grieche hat noch versucht, ihn mithilfe von Starthilfe zum Leben zu erwecken, aber auch das hat leider nicht geklappt...

Am nächsten Tag hat Lutz sich dann im Nachbarort eine richtige kleine Schrauberwerkstatt gesucht und der wortkarge aber kundenorientierte Schrauber hat versprochen, noch am gleichen Tag zu kommen. Zwei Stunden später rief er an und stand einsatzbereit an meinem Auto... Batterie ausgetauscht und der Kleine schnurrt wieder wie ein Kätzchen!

 

Das zweite Auto-Kümmernis war eine Woche später, als ich mich mit den Mädels an der Schule treffen wollte: Irgendwie war schon komisch, dass ich auf dem Weg dahin von drei Taxifahrern angeblinkt wurde, konnte aber nichts feststellen und dachte mir nur: "Heute ist Spinnender-Taxifahrer-Tag!"

An der Schule beim Aussteigen habe ich dann die Bescherung entdeckt: Ein Reifen hatte deutlich zu wenig Luft! Also: Ärmel hoch und Reifen runter und Susanne, eins meiner Mädels hier, ist kurzerhand mit mir zum Reifenhändler um die Ecke gefahren - Frauenpower!

Zwei Stunden später war der Reifen geflickt! Für sage und schreibe 10 Euro!!! Man glaubt es kaum... Aber es ist so, dass Materialkosten hier genau so teuer wie bei uns oder sogar teuer sind, aber Personalkosten bzw Arbeitsstunden dagegen unfassbar viel billiger sind als bei uns!

Nur mal noch zwei Beispiele:

Schuhe reparieren 3 €...

Beim Fahrrad Gänge und Bremsen einstellen und neue Kabel ziehen 10 €...

 

Und dann war da noch die Sache mit der Heizung bei 5 Grad Außentemperatur...

Mitte Januar wurde auf einmal unsere Heizung nicht mehr warm! Wir haben natürlich sofort unseren Vermieter angerufen und der hat es geschafft, dass an einem Sonntagabend tatsächlich noch ein netter Installateur vorbei kam!

Die Heizung war voller Luft, weil irgendein Teil kaputt war und... Wir hatten keinen Tropfen Heizöl mehr! Peinlich! Peinlich!...

Der Öltank steht im Heizungskeller und ist ein riiiesiger Behälter aus gelblichem leicht durchsichtigem Kunststoff und wir hatten uns angesichts der Heizölpreise von ca. 1 € pro Liter schon sehr gefreut, dass wir über den Winter trotzdem so wenig Öl verbraucht haben...

Zu unserer Entschuldigung muss man dazu sagen, das wir in Deutschland noch nie mit Öl geheizt haben...

Das, was wir jedenfalls für den Ölstand gehalten haben, war eine Ablagerung im Tank... Die 500 Liter, die wir im Oktober getankt hatten, waren längst weg!

Zum Glück mussten wir nicht lange auf den Heizölmann warten! Er kam direkt am nächsten Tag, hat uns nochmal 700 Liter nachgefüllt und eine Stunde später war es wieder warm...

Der nette Mann war übrigens sehr gut ausgerüstet: Die Summe konnte ich direkt per Kreditkarte an so einem kleinen mobilen Kreditkartenleser bezahlen, den er dabei hatte.

Seltsam war allerdings, dass er für die Rechnung nicht nur Lutz' Steuernummer brauchte, sondern auch unsere letzte Stromabrechnung!

Griechische Bürokratie? Nicht fragen! Nur wundern...

 

Und zum Schluss noch Neues vom Nachbarhund:

Bruno hat sich leider schon an das Ultraschallgerät gewöhnt, dass ich Weihnachten aus Deutschland mit gebracht habe... Mist!

Tagsüber lasse ich ihn bellen aber nachts fängt er mit seinem lauten Dauerbellen im Moment gerne so zwischen ein und zwei Uhr an... Grrrrrrr!!!... Nach einer halben Stunde bin ich hellwach, tapse im Nachthemd auf die Dachterrasse und verpasse ihm eine kalte Dusche mit dem Gartenschlauch... Das ist momentan das Einzige, was ihn davon abhält, stundenlang weiter zu bellen...

Zum Glück gehe ich nicht arbeiten und muss nicht früh raus, dann wäre ich sicher noch fantasievoller in meinen Methoden ihn zur Ruhe zu bringen...

 

Übrigens

Meine absolute Lieblingsgeschichte der letzten Wochen:

Ich bin mit Sabine und Susanne (meinen beiden supernetten Mädels hier) beim Frühstück, da meint Susanne auf einmal zu Sabine:

"Gib mir doch mal eins von deinen lustigen Taschentüchern!"

Sabine greift hinter sich in ein Regal voller Taschentuchpackungen und zieht mehrere Pakete mit herzallerliebsten Motiven heraus: Frösche, Hasen, Marienkäfer, Autos... Und beide fangen tierisch an zu lachen! Häää?... ... ...

Die story dahinter:

Sabines Mutter war zu Besuch aus Deutschland und hatte im Vorfeld gefragt, was sie den Kindern mit bringen könnte?

Sabine hat ihr daraufhin eine mail mit Wünschen geschrieben und voller Begeisterung ist Oma durch hunderte von Geschäften gelaufen und hat viele viele schöne und lustige Taschentücher aufgetrieben!

Ist doch toll, so eine liebe Oma oder?! Ja klar!!!...

Nur leider hatte Sabine in ihrer mail geschrieben:

"Liebe Mama, vielen Dank! Die Kinder würden sich alle sehr freuen über ein paar lustige Taschenbücher!"

Du möchtest noch mehr Geschichten aus Griechenland lesen? Klick hier!

Du möchtest alle meine Artikel lesen? Klick hier!