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Oktober in Thessaloniki

Guten Morgen Ihr Lieben,

der Oktober ist rum und es ist mal wieder Zeit für einen kleinen Rückblick:

Also zuerst Mal: Der Oktober hier ist... herrlich!!!

 

Es ist meistens warm, aber nicht mehr zu heiß und Anfang Oktober kann man sogar noch am Strand frühstücken (wenn auch mit warmer Strickjacke) - wie gesagt: Herrlich!

Schwimmen wäre zwar theoretisch möglich, denn das Meer hat immer noch 22-25 Grad, aber wenn man raus kommt, ist es mir inzwischen zu kalt und am Strand sitzen ist auch ohne Schwimmen toll und als wir an unserem Lieblingsstrand sitzen, haben wir sogar das Glück, dass  direkt vor unserer Nase ein paar Flamingos an uns vorbei übers Wasser ziehen!

Die Strandlokale machen im Oktober übrigens fast alle zu und die Restaurants, die noch geöffnet haben, sind eigentlich auch schon auf die Winterpause eingestellt, was zu interessanten Erlebnissen führen kann...

> Kindergeschichten und Do it yourself - Nebensaison im Strandlokal

 

Die Sonne hat noch viel viel Kraft, auch wenn die Luft schon kühl ist und das bedeutet dann im Alltag: Mit Sonne reicht es, im T-Shirt rumzulaufen und bloß keine Jeans oder andere warme Hose anhaben. Ohne Sonne muss schnell ein Pullover her und wehe, man hat sich zu den Sommerschühchen ohne Socken verleiten lassen! Ich bin also mmer für alle Lagen gerüstet, habe Ersatzsocken, Pullover und Halstuch immer dabei und genieße die warme Sonne solange sie scheint.

 

Auch die Nachbarn nutzen die schönen Tage noch, um im Garten zu arbeiten und ihre Terrasse zu kärchern, also genau so wie in Deutschland, nur dass die Griechen hier um uns herum als bevorzugten Gartenarbeitstag den Sonntag auserkoren haben... Interessant! Vielleicht ist der Sonntag für die Orthodoxen gar nicht so unantastbar wie für uns? Na ja, jedenfalls stört es uns nicht wrklich, da wir auch beide nicht so heilig sind und die Arbeiten frühestens um 10.00 anfangen...

 

Was mich aber tatsächlich seeehr stört ist, dass Ende Oktober hier Hinz uns Kunz und überhaupt Jeder meint, er muss rumkokeln und sein privates Feuerchen im Garten machen, um seine Gartenabfälle zu verbrennen. Und da de Olivenernte rum ist und die Olivenbaumäste schön alle abgeschnitten sind, reicht es leider nicht, mal EIN Feuerchen zu machen, sondern es wird tagelang von früh bis spät gezündelt... Und der Qualm stinkt entsetzlich (so ungefähr, als würde man Plastiktüten verbrennen) und zieht natürlich genau in meine Fenster, wenn ich versuche, sie wegen des schönen Wetters zu öffnen... Bäh!!! Also sitze ich seit gestern bei geschlossenen Fenstern und Türen im Haus und hoffe, dass die heimlichen Feuerteufel da draußen bald mal fertig sind und nicht noch auf die Idee kommen, das Bett der verstorbenen Tante Maria oder das Sofa von Onkel Georgios zu verbrennen und das halbe Tal abzufackeln... Und weil unser Nachbarhund Bruno sich immer so unsäglich freut, wenn sein Herrchen sich im Garten in seiner Reichweite aufhält, liefert er heute munter dazu ein 3 stündiges Bellkonzert...

 

Ansonsten habe ich die Tage aber wunderbar genutzt und bin mit meinen beiden Freundinnen viel unterwegs gewesen. Wir waren am Wochenende in den beiden wundervollen > Ausgrabungsstätten Vergina & Dion am Fuß des Olymps und haben uns vorgenommen, jetzt so nach und nach die Sehenswürdigkeiten der Stadt mal zu erkunden. Angefangen haben wir mit ein paar > Märkten, dem > Friedhof und einigen historischen Gebäuden. Sobald es kälter wird, werden wir uns dann mal die Museen vornehmen. Bis jetzt waren wir auch immer noch schön zusammen frühstücken (natürlich immer nur in Cafes mit Außenbereich und gezückten Masken), aber das werden wir dann in der kälteren Jahreszeit wohl einstellen... Nächstes Jahr dann wieder... Aber zum Frühstücken, Backen und Basteln können wir uns ja auch immer noch zu Hause treffen!

 

Und was machen meine guten Vorsätze, mich mehr meinen Hobbies zu widmen? Das läuft wirklich gut! Ich nutze meinen Fahrrad-Hometrainer jetzt fast jeden Tag und habe endlich auch angefangen, zu Nähen... Ein Sommerkleid mit passendem Bolero ist schon fertig, wird aber dieses Jahr wohl nicht mehr eingeweiht. Und weitere Projekte warten schon, zumindest habe ich mir bei unserem Besuch auf dem Stoffmarkt in Thessaloniki schon neuen Stoff gekauft...

 

Außerdem habe ich vor lauter milden Tagen irgendwann beschlossen, meinen Geburtstag, der Ende August ziemlich sang- und klanglos vorbeigezogen ist, doch noch im kleinen Kreis zu feiern und habe 10 liebe Menschen zu einem großen Essen an einer langen Tafel im Garten eingeladen. Ich habe eine Woche lang jeden Tag ein leckeres Gericht vorgekocht und am Ende der Woche dann eine Reistafel serviert, an der sich alle die Bäuche rund gegessen haben... Und das wurde so ein richtig wunderbarer Tag mit Lachen, Sonne und Genießen.

 

Ende Oktober hatten wir anstelle von Herbstferien ein verlängertes Wochenende und fahren endlich nach Thassos, die nördlichste griechische Insel, die grade mal 200 km von hier entfernt liegt und von der alle Kollegen in den höchsten Tönen so schwärmen, dass Einige sich dort sogar ein Haus gekauft haben. Und es lohnt sich wirklich sehr: Kristallklares Wasser überall wo man hinschaut, viele viele Olivenhaine, sehr sehr schöne Lokale, in denen man am Meer sitzen und leckere Sachen genießen kann und verwunschene Bergdörfer, in denen man seine ganz persönlichen Schätze entdecken kann - Genau so habe ich mir unsere Zeit hier in Griechenland eigentlich vorgestellt... Der Bericht dazu ist grade noch in Arbeit, kommt aber ganz bald!

 

Und dann ist mein kleiner Neffe Anfang Oktober in Deutschland zur Kommunion gegangen. Wegen Corona konnten wir leider nicht hin fliegen, haben das Ganze aber per life-stream am Computer verfolgen können... Sehr skurrile Angelegenheit - Ich war zwar froh, auf diese Art und Weise trotzdem irgendwie dabei zu sein, kam mir aber trotzdem vor wie in einem sehr schlecht gemachten ScienceFictionFilm, in dem man sich nicht mehr persönlich trifft, sondern nur noch über Computer kommuniziert...

Corona macht echt gruselige Sachen mit uns, hoffentlich haben wir das bald hinter  uns!


Übrigens

Natürlich scheint die Sonne im Oktober auch hier nicht immer und wir hatten ein paar Tage lang so heftige Gewitter, dass der Strom mal wieder weg war und auch für 24 Stunden weg blieb. Dieses Mal war ich aber gerüstet und sehr stolz auf mich, was für ein alter Hase ich inzwischen bin: Ich habe nämlich schön WÄHREND des Gewitters und lange VOR dem Stromausfall schon beide Powerbanks und alle laptops, handys und so weiter aufgeladen, ein paar Lebensmittel aus dem Tiefkühl gebraten und vorsichtshalber den verstellbaren Lattenrost an meinem Bett mal lieber nicht mehr benutzt...

Und muss dabei laut lachen: Die Vorstellung, für die nächsten Nächte im Sitzen mit hochgelagerten Beinen in V-Form zu schlafen hat tatsächlich was von Dick & Doof!...

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