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Januar in Thessaloniki - lockdown & Carpe Diem

Der Januar ist rum und ich möchte Euch wieder ein bisschen erzählen, wie es so war.

 

Am Anfang des Jahres fasst man gute Vorsätze und seitdem geht es mir vom Kopf her nach dem sehr deprimierenden Dezember wieder besser. Und zwar, weil ich mir jetzt jeden Tag sage, dass 1,5 Jahre jetzt schon vorbei sind und ich die restliche Zeit gut nutzen möchte und sehr motoviert bin, jeden Tag zu einem schönen Tag zu machen -Carpe diem - Geniesse den Tag!

 

Das ist manchmal etwas schwierig, denn seit 3 Monaten sind wir jetzt im Lockdown und das heißt absoluter Kontaktverbot - wir dürfen uns mit Niemandem treffen und haben weitestgehendes Ausgehverbot - das heißt, wir dürfen das Haus nur zum Lebensmittel einkaufen, Arbeiten, Arztbesuch und ein Mal am Tag zum Sport treiben an der frischen Luft verlassen - für eine Stunde und im Umkreis von einem Kilometer um den Wohnort herum. Sehr hart, aber sehr wirksam.

Zur Info muss man wissen, dass Deutschland 7 mal so viele Einwohner hat, wie Griechenland, das heißt, wer Vergleiche mit deutschen Zahlen anstellen will, muss die griechischen Zahlen mal 7 nehmen. Im Dezember waren die Zahlen noch sehr hoch bei 2500 Neuerkrankungen am Tag und sind dann runter gegangen auf 600 am Tag (danke des strengen lockdowns). Vor zwei Wochen wurden dann alle Geschäfte wieder geöffnet und vor einer Woche die Schulen. Und schwupps - sind wir wieder bei 1000 am Tag und nach einer Woche Präsenzunterricht werden die Oberstufenschüler ab Morgen wieder in den Onlineunterricht geschickt und die Geschäfte wieder geschlossen. Nur wer seinen Kunden die Möglichkeit bietet, im Internet zu bestellen und die Ware vor Ort abzuholen, darf noch verkaufen. Bei Zahlen, die mittlerweile ähnlich hoch sind wie ihn Deutschland macht das auch absolut Sinn, denn das einzige Krankenhaus, dass hier Corona behandelt ist nach wie vor völlig überfüllt und weiß händeringend nicht, wohin mit den Kranken...

 

Puh!... Eigentlich haben wir alle ein bisschen aufgeatmet, als die Öffnungen letzte Woche beschlossen wurden, denn nach drei einsamen, langen, dunklen und kalten Monaten habe nicht nur ich mir schon ausgemalt, wie ich mich wieder mit meinen beiden Freundinnen hier zum Frühstücken treffe und wir durch die Stadt bummeln... Wie gesagt - carpe diem - ich bin wild entschlossen, die restliche Zeit hier noch gut zu nutzen, aber zumindest die Stadtbummel und netten Treffen mit Freuninnen werden wohl doch noch eine ganze Weile dauern!

 

Heute sitze ich im Wohnzimmer vor dem Kamin und gucke aus dem Fenster auf eine Nebelwand. Eigentlich sollte heute die Sonne scheinen und Lutz und ich wollten zum Strand runter laufen und dort ein bisschen spazieren gehen. Das war der Plan und so geht es leider schon den ganzen Januar. Aber: Carpe Diem! Ich lerne hier grade Enttäuschungen runter zu schlucken, flexibel zu sein und für das dankbar zu sein, was wir hier haben: Wärme, genügend Nahrung und viele Hobbies... Also neuer Plan: Stattdessen gibt es heute ein ausgiebiges Sonntagsfrühstück vor dem Kamin und ich schreibe endlich mal wieder in den blog. 

 

Die Wettervorhersagen sind im Moment leider genau ein paar Stunden lang gültig, wenn überhaupt... Manchmal regnet es 4 Tage am Stück... Diesmal schafft die Terrassentür zum Treppenhaus es nicht und Wasser dringt von außen rein und fliesst die Treppe herunter - zum Glück nur ein kleines Rinnsahl... Ansonsten warte ich sehnsüchtig darauf, dass der Winter hier endlich vorbei ist  - letztes Jahr hat es bis Ende April fast durchgeregnet...  Aber dieses Jahr haben wir deutlich mehr Glück und die Regentage sind unterbrochen von herrlich warmen Sonnentagen mit strahlend blauem Himmel! Aaaaaaahhhhhhhhh!!! Tief durchatmen und das genießen, was wir bekommen!!! Carpe Diem klappt mit Sonne und moderaten Temperaturen auf jeden Fall viel besser, als bei Regen... Bisher haben wir es schon vier Mal geschafft, nachmittags oben auf der Dachterrasse zu sitzen und uns wie im Schweizer Sanatorium zu fühlen; mal mit Pudelmütze und zwei dicken Decken, mal mit einer Decke und ohne Mütze - je nachdem, wie intensiv die Sonne scheint und ob noch ein kalter Wind vom Meer dazukommt und das "Genieße den Tag" hat wunderbar geklappt...

Mitte Januar hat es sogar geschneit und war richtig richtig kalt. An einem Sonnentag sind wir zum Meer gefahren und waren spazieren, aber bei gefühlten -8 Grad war das dann auch kein sehr langer Spaziergang.

Freunde und Familie in Deutschland haben mir genau in dieser Zeit  täglich geschrieben, dass es in Griechenland grade 27 Grad und herrlichstes Wetter ist und sie sich mit uns freuen! Häääähhh? ... Ja klar! Wir sind hier in Nordgriechenland und direkt neben uns ragt der 3000 m hohe Olymp in den Himmel, also ähnliche Bedingungen wie in Norditalien...

Auf Nachfragen stellt sich heraus, dass diese ganzen wohlmeinenden Menschen von Kreta sprechen, das jeden Tag im deutschen Fernsehen erwähnt wird, weil es einen Hitzerekord erlebt, leider aber knapp 1000 km südlich von hier liegt... also genau so weit wie von Norditalien nach Süditalien oder wie von Köln bis zum Mittelmeer...

So gesehen müssten die Lieben in der Heimat grade einen fantastisch milden Mittelmeer-Winter erleben... oder eben leider nicht - genau wie wir ...

 

In der letzte Januarwoche ist es dann tatsächlich relativ mild mit 10 bis 14 Grad und ich mache mir schon große große Hoffnungen, dass das Wetter letztes Jahr vielleicht die große Ausnahme war und es hier jetzt so schön mild bleibt - immerhin sind wir doch in Griechenland!!! -, aber ein Blick in die WetterApp holt mich heute Morgen schon wieder auf den Boden der Tatsachen: Ab nächste Woche erwarten uns wieder -8 Grad und Schnee... Mist! Mist! Mist! Mist! Mist! Mist! Mist!.... OOOhhmm! Carpe Diem!...

Ja na gut, dann kann ich wenigstens den schönen warmen Pullover nutzen, den ich in den letzten Wochen gestrickt habe... Man muss das postitiv sehen!

 

Den ersten schönen Tag im Januar nutzen wir dazu, mal wieder die Fahrräder raus zu holen. Ganz im Sinne von Carpe Diem packen wir uns ein paar Leckereien ein und fahren über Landstraßen zum nächstgrößeren Ort, der am Meer liegt: Nea Michaniona. Die Strecke sind wir inzwischen schon ein paar mal gefahren und haben uns inzwischen für die Landstraße entschieden, weil man wie Ihr ja inzwischen wisst, auf Feldwegen und kleineren Sträßchen immer damit rechnen muss, von Hunden angefallen zu werden. Vorsichtshalber habe ich immer ein Pfefferspray in der Tasche, aber auf den Landstraßen muss man eigentlich nur aufpassen, dass man nicht von den Harakiri-Autofahrern in den Graben gedrängt wird, die hier einfach keine Radfahrer gewöhnt sind. Ich habe mir deshalb angewöhnt, nicht am Rand zu fahren, sondern leichte Schlangenlinien mitten auf der Spur zu machen, damit die Autos gezwungen sind, mir in einem großen Bogen auszuweichen und in der Regel klappt das ganz gut: Ich werde zumindest nicht mehr von hinten von waghalsigen eiligen Autofahrern abgedrängt. Womit ich natürlich nicht gerechnet habe ist, dass mich ein entgegenkommender Fahrer fast auf seinen Kühlergrill spiesst, weil er meint, er muss genau auf meiner Höhe und auf meiner Spur ein anderes Auto überholen... Scheiße!!!

Mein Puls hat sich grade wieder von dieser Nahtoderfahrung beruhigt, wir kommen in Nea Michaniona an und ich entgehe nur knapp dem nächsten Anschlag auf mein Leben: Aus einer Einfahrt schießt ein schwarzer Riesenhund auf die Straße, springt knurrend, bellend und keifernd auf mich zu und verfehlt mein Bein, nach dem er schnappt grade mal um 10 cm... Scheiße!!! Scheiße!!! Scheiße!!! Ich hasse die Hunde in Griechenland! Und ich hasse ihre Besitzer!!! ... ... ...

Seit ich gestern gesehen habe, dass wir nach den langen Regenwochen wieder schönes Wetter bekommen, bin ich singend und lachend durchs Haus gelaufen, weil ich mich nach 2 Monaten Eingesperrt-Sein so sehr auf unseren Ausflug gefreut habe... Alles in 3 Sekunden weggeblasen!... Pfftt...

 

Tief durchatmen...

Wir fahren erst mal zum Hafen, setzen uns da auf eine Bank und ich versuche, wieder runter zu kommen und den Adrenalinpegel in meinem Körper wieder in den Griff zu kriegen. Eigentlich hatten wir vor, noch an der Küste entlang bis in den nächsten Ort zu fahren und wir beschließen, uns unseren schönen Plan nicht kaputt machen zu lassen, schwingen uns wieder auf die Räder und fahren am anderen Ende von Nea Michaniona wieder aus dem Ort raus und auf die Landstraße in Richtung Süden. Carpe Diem wir kommen!

Und zwar genau fünf Minuten lang... Nämlich genau so lange, bis 200 m vor uns mitten auf der Straße eine lebende Straßensperre sitzt in Form eines streundenden Riesen-Hundes, der aggressiv auf jedes Auto losgeht, das an ihm vorbei fährt... Scheiße!!! Scheiße!!! Scheiße!!! DA fahre ich bestimmt nicht dran vorbei!... Kooooommm Fiffi! Lecker lecker Waden-Steak!!!...Pfft...

 

Damit ist unser schöner Traum vom Picknick am Strand heute dann endgültig gestorben und wir drehen wieder um... Allerdings will ich natürlich nicht wieder an dem schwarzen Riesenmonster am Ortseingang vorbei und so geht es zurück über die am meisten befahrene Straße hier in der Gegend... Fazit: Carpe Diem macht es mir heute echt schwer... 

Ab nach Hause und seit dem bin ich hier nicht mehr Rad gefahren, sondern mache es wie die Griechen und fahre mit dem Auto überall hin und lege mich bei schönem Wetter nur noch auf meine Dachterrasse, anstatt Radtouren mit Picknick zu planen... Carpe Diem dann eben anders.

 

Das ganze Terrassen-Liegen hat einen entscheidenden Nachteil: Mein griechisches Freizeitverhalten führt leider dazu, dass ich immer träger und unbeweglicher werde und sobald ich aufstehe und was mache, tut mir alles weh! Mist! Das ist es auch nicht! Irgendeine Form von Bewegung muss her!...

Meine Freundin Sabine schwört auf einen Fitness-Guru namens "Manuel", der auf youtube Videos anbietet und aussieht wie Meister Propper. Ich werde Euch auf jeden Fall noch mal ausführlich von ihm berichten; im Moment nur so viel: Meister Propper hat mich tatsächlich überzeugt und seit Anfang Januar bin ich stolzes Mitglied in seinem Online-Fitnesstudio!

Ich stehe morgens auf und mache als erstes 1-2 Stunden Sport mit Manuel und seinen netten Helfer-Mädels und fühle mich fantastisch! So kann ich es hier gut aushalten! Auch im Lockdown... Also, schöner neuer Carpe-Diem-Plan: Wir sind noch 1,5 Jahre hier. Wenn ich in der Zeit jeden Morgen schön Meister-Propper-Gymnastik mache, habe ich hier was Sinnvolles zu tun und bin topfit, wenn ich wieder nach Deutschland komme! Jippiiie! Guter Plan! Ich stürze mich also in meine neuen Fitnesspläne, mache Stretchingkuse, Fitnessgymnastik und wage mich sogar an einen Aerobic-Kurs und bin genau 2 Wochen lang super motiviert und glücklich... Und dann... ... ... haben wir kein Internet mehr! Das kann doch nicht wahr sein!!!!!!! Sitzt da oben Einer und freut sich einen Ast, weil er mir ständig Steine in den Weg wirft?! So ein Sch...

Eine komplette Woche lang ruft Lutz jeden Tag bei unserem Internet-Anbieter an, von dem wir seit 1,5 Jahren mit Internet versorgt werden. Irgendwann sind wir so verzweifelt, dass wir sogar den Vermieter und unseren guten Freund Kostas bitten, mal mit denen zu reden - auf griechisch. Und immer bekommen wir die gleiche Antwort: Es tut uns leid, aber das Haus ist zu weit weg vom Verteiler-Kasten, deshalb kommt das Signal nicht bei Ihnen an. Auf die freundliche Frage, wieso es denn 1,5 Jahre geklappt hat (denn weder der Verteilerkasten noch das Haus haben sich bewegt), kommt dann nur die Antwort: Das wissen wir auch nicht, aber wir können leider nichts daran machen!... ... ...  Hääää?!

Andere Anbieter sind leider auch nicht die Lösung, denn diese nutzen den gleichen Verteilerkasten und wir sind schon ziemlich verzweifelt, bis auf einmal letzte Woche ...fuppp!... das Internet wieder geht! Jippiiee!!! Die Erklärung? Vermutlich waren die Leitungen einfach dadurch überlastet, dass ganz Griechenland online-Unterricht gemacht hat... Unser Internet ist nämlich pünktlich zum Präsenzunterricht wieder intakt... so gesehen hoffen wir mal, dass das mit dem nächsten Online Unterricht noch etwas dauert!...

 

Als vor 2 Wochen der Regen aufgehört hat, nutzen wir den ersten milden Tag, um mit unseren Freunden spazieren zu gehen, die wir seit 2,5 Monaten nicht gesehen haben. Wunderbarer Carpe-Diem-Plan, um sich die Zeit hier wieder etwas schöner zu machen! Verbotenerweise treffen wir uns hier in der Nähe an meinem Lieblingsstrand - einem sehr sehr einsamen Strand, zu dem nur ein Feldweg führt und an dem immer nur ein paar einsame Angler rumstehen. Wir verbringen ein paar herrliche Stunden an der frischen Luft miteinander, zwar mit Abstand, aber endlich sehe ich mal andere Menschen außer Lutz und zwar richtige ECHTE Menschen und nicht nur sprechende Bilder über skype! Rundrum zufrieden spazieren wir über einen Deich und durch hohes Schilf und laufen um eine Lagune herum, in der im Moment Flamingos leben - Wow! So haben wir eigentlich vor Corona jedes Wochenende verbracht: Schöne Spaziergänge am Strand entlang machen und mit netten Menschen schöne Gespräche führen... In diesen Momenten merke ich erst, wie lebendig ich mich wieder fühle und wie sehr mir das im Alltag fehlt! Und noch ein schöner Csrpe-Diem-Plan: Vielleicht können wir das ja einfach jedes Wochenende machen ?

 

Alle sind froh und glücklich und genießen den Tag bis... ja bis wir zum Parkplatz kommen und bei allen drei Autos die Scheiben eingeschlagen sind!!! ... ... ... Nicht nur wir haben diesen Platz ausgesucht, weil er besonders einsam ist, sondern andere Leute mit nicht so guten Absichten auch! Mist! Mist! Mist! Die Autos unserer Freunde sind groß und teuer - hier haben die Diebe es zuerst Mal damit versucht, die Türschlösser zu knacken und nichts weiter erreicht, als sie kaputt zu machen. Also Stein her und Scheibe eingeschlagen! Bei uns ist der Schaden nicht ganz so groß, da haben sie nur ein kleines dreieckiges Fensterchen an einer der hinteren Türen eingeschlagen. Das Ärgerliche ist, dass unser Auto gar nicht abgeschlossen war, aber das haben die Diebe im Eifer des Gefechts leider übersehen... Geklaut wurde nur ein tablet und alle möglichen Kleidungsstücke. Und deshalb gehen wir alle davon aus, dass wer auch immer das war, er es wirklich nötig hatte, denn wer würde sonst alte benutzte Kleidung mitnehmen? Das ist immerhin ein Trost, dass wir unfreiwillig bedürftigen Menschen etwas gespendet haben...

Lästig ist es trotzdem, vor allem, weil unsere Freunde sich deutlich weiter als 1 km von ihrem Wohnort weg bewegt haben und hier gar nicht die Polizei rufen können, ohne zuzugeben, dass sie das Ausgangsverbot missachtet haben. Das kostet 300 € pro Person... 300 x 5 = pro Familie 1500€ ... MIST! MIST! MIST! Also fahren erst mal alle nach Hause und die Familienväter gehen anschließend jeweils alleine zur Polizei und beichten, dass sie ganz alleine diesen Deichspaziergang gemacht haben. Dann wird es nicht so teuer... Sie haben aber Glück und erwischen eine Polizistin, die die Anzeige aufnimmt und noch mal ein Auge zudrückt. Der Schaden ist schon so hoch genug und das Regulieren mit der Versicherung auch kein Spaß...

Wir sind nicht versichert und brauchen deshalb nicht zur Polizei zu gehen und inzwischen ist unsere neue Scheibe schon wieder drin - da unser Auto sehr sehr alt ist und genau solche Autos hier noch rum fahren, hat der Schrotthändler, der uns empfohlen wurde genau die richtige noch auf Lager gehabt. Mit Einbau 50 € bezahlt, also Glück gehabt! Aber zum Spazieren-Gehen treffen wir uns seitdem leider nicht mehr...

 

Und was sind dann also meine nächsten Carpe-Diem-Pläne?

Das Schweizer Sanatorium mit Decken Auf-der-Terrasse-Liegen geht ja wirklich nur bei 14 Grad und Sonne; das klappt nächste Woche bestimmt noch ein paar mal und das nächste Mal wird dann wieder ein bisschen warten müssen.

Wenn wir nicht spazieren gehen können, könnten wir mal wieder Gesellschaftsspiele spielen und na ja, die Mädels hier und ich treffen uns einmal die Woche über skype. Ansonsten will ich nächste Woche auch mal ein paar Freundinnen in Deutschland anrufen. 

Und natürlich warten die Videos mit Meister Propper grade jeden Tag gut gelaunt auf mich... Zumindest bis die griechische COSMOTE wieder beschließt, dass wir unser Haus wohl wieder einfach um ein paar hundert Meter versetzt haben - selber Schuld diese dummen Hauseigentümer, was bauen die auch dauernd ihre Häuser ab und an anderen Stellen neu auf...

Aber ich habe ein paar Beutel voll mit Wolle mitgebracht und habe auch noch warmen Stoff, der darauf wartet, vernäht zu werden. Diese Projekte passen zumindest zum kommenden Kälteinbruch nächstes Wochenende. Ob ich schnell genug nähen und stricken kann, um die Sachen dann schon zu nutzen, bleibt abzuwarten... Nachdem ich vorgestern einem schönen warmen Alpaca-Pullover fertig gestrickt habe, mache ich mir heute mal noch die passende Mütze dazu - dann bin ich gerüstet, auch die Tage mit den kalten Temperaturen gut zu nutzen - und falls es wirklich noch mal schneit, machen wir dann einfach einen schönen Winter Spaziergang... Carpe Diem !

 

Übrigens

Wir hatten vor ungefähr einem Jahr schon mal Internetprobleme. Damals kam ein netter Mitarbeiter der Cosmote zu uns ins Haus und hat alle Leitungen durchgemessen. Ergebnis: Wir bezahlen für 10 Megabite und die kommen oben an der Straße auch an, so der nette Techniker. Dann geht die Leitung aufs Grundstück und verliert auf dem Weg zu unseren PCs sage und schreibe 8 MB, sodass nur noch 2 MB bei uns ankommen. Warum? Wusste der Techniker auch nicht und weiß keiner und kann laut Comote leider auch keiner feststellen - wir sollen uns einfach damit abfinden... Ok, 2 MB haben uns ja bisher auch gereicht...

Bis... Ja, bis vorgestern mal wieder ein Wahnsinns-Gewitter getobt hat und Zeus uns Blitz und Donner um die Ohren gehauen hat... Ihr wisst ja, dass wir dann gerne auch schon mal 1-2 Tage keinen Strom mehr haben! Ich sitze hier also schön 2 Stunden in meinem Arbeitszimmer, schalte die Steckdosenleiste, an der der PC hängt vorsichtshalber aus und bete inständig, dass der Strom das Gewitter diesmal aushält...

Und siehe da! Meine Gebete werden erhört! Jipppiieee!!! Und nicht nur das!

Ich mache den PC wieder an, rufe als erstes mal den Internet-Geschwindigkeitstest auf, den Lutz uns installiert hat, damit wir sehen, wann das Internet mal mehr als 1 MB hat und ich habe sage und schreibe 7,4 MB !!!!!!!!!! 7,4 MB?!!! Unfassbar!!!! Das hatten wir noch nie!!! 7,4 MB!!!!!! Ich kann es so wenig glauben, dass ich den ganzen Nachmittag alle Viertelstunde zu Lutz rüber laufe und ihm mit leuchtenden Augen berichte, dass wir immer noch 7 MB haben! Herrlich! Im Internet surfen, ohne dass jede Seite hundert Jahre zum Laden braucht... Ein völlig neues Gefühl!

Das ist jetzt 3 Tage her und Ihr werdet es nicht glauben, aber wir haben immer noch konstant zwischen 3,5 und 5 MB... Was auch immer bei diesem Mega-Gewitter passiert ist, WIR haben jedenfalls Internet und zwar schneller und stabiler als in den kompletten 1,5 Jahren, die wir jetzt schon hier sind und zwar bis zu unseren PCs und nicht nur bis zur Straße... Wie viele andere Leute jetzt mit 100 KB auskommen müssen, weil ihre Leitung kaputt ist und wir stattdessen ihre Internetleistung bekommen haben, weiß ich nicht und will es auch gar nicht wissen... 

Bleibt nur abzuwarten, was beim nächsten Gewitter passiert. Wir werden jedenfalls nicht mehr bei COSMOTE anrufen, sondern lieber Stoßgebete quer über die Bucht zum Olymp und dem lieben Zeus schicken... Notfalls opfere ich meinetwegen auch eine Ziege! Da haben wir auf jeden Fall mehr Chancen, dass das Internet wieder kommt, als wenn wir den Internetanbieter anrufen...

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