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März in Thessaloniki - Auf und Ab und immer noch lockdown

 

So Ihr Lieben, der März ist rum und ich will Euch mal wieder einen kleinen Rückblick geben:

 

Seit 5 Monaten (!) hocken wir jetzt zu Hause, alles außer Supermärkten ist dicht und wir dürfen keinen sehen und keine Ausflüge machen... und so langsam zerrt es so wirklich auch noch an den letzten Nerven, die bisher noch übrig waren. Denn das Problem ist, dass die Zahlen immer noch steigen!... Aber, was will die Regierung machen?! Noch fester lässt sich die lockdown-Schraube nicht mehr zuziehen... Dachten wir jedenfalls!

Aber ein bisschen was geht immer noch:

Tatsächlich kreigen wir einen NOCH schärferer lockdown: Man darf sich jetzt auch zum Supermarkt maximal 2 km von seinem Haus entfernen und für Spaziergänge (1 Std und 1km Radius) dürfen keine Autos mehr benutzt werden, sondern man muss zu Fuß gehen... Und die Schulen sind wieder zu, was ich natürlich gut finde, da Lutz jede Woche 900 Schülerkontakte hat, gegen die er sich nicht schützen kann!

Bei LIDL an der Schiebetüre gibt es inzwischen eine Ampel, die regelt, wie viele Menschen rein dürfen und bei den normalen Supermärkten bekommt man eine Plastikkarte, die man an der Kasse wieder abgibt.

... Und trotzdem steigen die Zahlen immer noch! Wie kann das sein?!! Also befragen wir mal unsere griechischen Freunde und die lachen sich kaputt, als wir ihnen vorjammern, dass wir ja inzwischen seit 5 Monaten im lockdown sitzen... Das bis letzte Woche war doch gar kein scharfer lockdown! Da hat man sich doch an die meisten Einschränkungen gar nicht gehalten!... Ach soooo??? Wir schon... So ein Mist!

Kontrolliert wurde tatsächlich wenig, weil es hier einfach nicht so viele Polizisten gibt. Oder besser gesagt: Auf der Straße gibt es nicht so viele Polizisten! Wer schon mal im Polizeigebäude in der Innenstadt war, würde sich wundern, wie viele Polizisten da in ihren schönen warmen Büros sitzen...

Inzwischen ist dann auch klar, dass wir für die Osterferien Ende April keine Pläne zu machen brauchen, denn der lockdown soll erst pünktlich NACH den Osterferien aufgehoben werden, also Mitte Mai.

Das ist für den Tourismus enorm wichtig, der hier traditionell ab Mai losgeht und ein enorm wichtiger Wirtschaftszweig ist.

Also versucht man jetzt mit allen Mitteln, die Zahlen bis dahin irgendwie wieder runter zu kriegen... Puh... Na gut, noch 2 weitere Monate im lockdown werde ich irgendwie schon hinkriegen...

Schließlich kann man ja immer noch, hoffen, dass wir irgendwie im Sommer reisen können..

 

Und dann kommt am 20.03. die von allen lange ersehnte Nachricht!!!

Während alles andere weiterhin zu bleibt und auch die Kindern och nicht in die Schulen gehen dürfen, weil die Zahlen einfach immer weiter in die Höhe klettern, egal was die Regierung hier beschließt, gibt es einen Bereich der endlich endlich wieder geöffnet wird, weil er so absolut lebensnotwendig ist, dass man ihn der Bevölkerung einfach nicht weiter vorenthalten kann: Man öffnet die

FRISÖRE !!!

 

Ich lach mich schlapp Leute! Die Frisöre?! Oh je oh je, was sagt das denn über unsere Gesellschaft aus???...

 

Was uns im März außerdem extrem beschäftigt hat, ist die Frage, wie wir hier an einen Impftermin kommen, aber darüber schreibe ich Euch noch einen Bericht - Ihr werdet nicht glauben, welche Kapriolen wir über uns ergehen lassen mussten!

 

Was gab es noch außer Corona?

 

Wir hatten tatsächlich ein Erdbeben! Ich sitze an meinem Schreibtisch und auf einmal habe ich so ein komisches Gefühl im Bauch... gehe ins Wohnzimmer und da spielen die Kronleuchter an der Decke lustig Schiffschaukel! Nicht ganz so hoch und so wild wie auf der Kirmes, aber doch deutlich sichtbar.

In Mexico haben wir ja neben dem Vulkan Popocatepetl gelebt und daher sind Erdbeben nichts sensationell Neues für mich, aber ich hatte hier in Griechenland gar nicht damit gerechnet...

Thessaloniki hat es auch nicht wirklich erwischt, aber auf der anderen Seite der Bucht in der Nähe des Olymp hat das Beben wohl ein paar Häuser zerstört... Ufff! Die armen Menschen! Zu Corona jetzt auch noch das!

 

Neben dem Erdbeben gab es auch noch ein paar wirklich heftige Stürme, die mal wieder unseren Strom lahmgelegt haben und einer Eisenlaterne im Garten einfach so den Kopf aberissen haben...

Welche Kraft diese Stürme diesmal hatten, haben wir dann auch erst gemerkt, als wir ein paar Tage später einen schönen Strandspaziergang gemacht haben:

Das halbe Plateau des Piers war weggerissen und an der Promenade gibt es plötzlich Sandbänke, die vorher nicht da waren - die Möven fruen sich jedenfalls, denn hier können sie ganz gemütlich ein Nickerchen machen!

 

Die Tage sind jetzt manchmal etwas wärmer und sonniger und da ein Döner-Laden im Nachbardorf einen Straßenverkauf hat, nehmen wir uns jetzt ab und zu eine Portion von dort mit an den Strand und essen sie auf einer der vielen Bänke mit Blick aufs Meer. Wenn schon die Lokale alle noch geschlossen sind, haben wir so wenigstens ein bisschen das Gefühl, dass wir einen schönen Strandausflug gemacht haben. Es ist noch ordentlich kalt, aber wie immer läuft uns ein Opa in Badehose über den Weg, der seinen Kreislauf im eisigen Wasser stählt... ich bin jedemal vor Ehrfurcht erstarrt! Wow!

Wir können von unserem Haus aus zu Fuß zum Strand gehen und für den Rückweg haben wir uns einen schönen Weg durch die Felder und Kleingärten hier bei uns um die Ecke gesucht. Und was für ein Glück! An einem der Schrebergärten hat jemand tatsächlich brennende Abfälle in die trockenen Gräser geworfen und weit und breit ist niemand zu sehen, der ein Auge darauf hat. Also löschen Lutz und ich das Feuer und wundern uns nicht mehr darüber, dass hier Winter wie Sommer jeden Tag Löschflugzeuge ihre Runden über das Land drehen, um Brände zu verhindern...

 

Übrigens

Eines Tages sitzt Lutz an seinem Schreibtisch mit Blick auf unsere Einfahrt und ruft mir zum dass da zwei Hunde auf unserem Grundstück rumlaufen. Wahrscheinlich haben die beiden sich irgendwie durch irgendwelche verlassenen Nachbargrundstücke in unseren Olivenhain durchgekämpft und da sind sie nun und liegen in der Einfahrt, als wäre das ihr Heim und Hof... Ich will schon raus gehen, das Tor öffnen und sie rausscheuchen, da fällt mir ein, dass die wilden Hunde hier ja nicht immer so wirklich gut auf Menschen zu sprechen sind... Mist! Also hoch auf die Dachterrasse, den Gartenschlauch gezückt und dann geht eine lustige Verfolgungsjagd rings um das Haus los. Die Hunde wollen natürlich nicht nass werden, aber andererseits ihr neues Revier auch nicht einfach so wieder aufgeben... Kurz und gut: Ich habe gewonnen!!! Die Beiden sind auch nicht mehr zurückgekehrt, denn ein Revier, in dem es kaltes Wasser vom Himmel regnet, während es überall sonst trocken ist, ist dann wohl doch nicht so erstrebenswert.

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