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Passau - Die verblühte Schönheit?!

Auf dem Weg von Rumänien nach Hause nehmen wir uns noch einen Tag Zeit, um uns Passau angucken.

Leider haben wir ein bisschen Pech mit dem Wetter: Ab 13.00 regnet es, aber wie auch schon in Cluj nehmen wir unseren großen Schirm mit und lassen uns vom Regen nicht aufhalten...

Direkt am Anfang der Innenstadt laufen wir durch ein paar nette Gassen und setzen uns in das gemütliche "Cafe Duftleben", das Tische auf der Straße stehen hat, aber auch noch einen schönen kleinen Gartenbereich mit Tischen bietet... sehr nett! Hier bekommen wir ein wunderbares deutsches Frühstück mit verschiedenen Brötchen, Marmeladen-, Käse- und Wurstsorten - alles leckere Sachen, die gar nicht so selbstverständlich sind, wenn man in anderen Ländern unterwegs ist!
Wir genießen also erst mal in Ruhe und haben einen herrlicher Start in den Tag...

Dann schlendern wir gemütlich durch die Innenstadt - hübsch!
Der Passauer Dom St.Stephan steht groß und weiß an einem kleinen Marktplatz und da seine Orgel laut Internet die größte Dom-Orgel der Welt ist, betreten wir die Kirche und sind gespannt... Der Dom ist über und über mit Bildern und Figuren von kindlichen Engeln geschmückt und über dem Eingang tront die berühmte Orgel. Wir fühlen uns allerdings beide ziemlich erschlagen von dieser überquellenden Putten-Deko und streben deshalb relativ schnell wieder zum Ausgang...

Weiter geht es vom Stephans-Dom tiefer in die Altstadt bis in die Spitze der Halbinsel, die Passau hier am Schnittpunkt von drei Flüssen bildet.
Es geht durch einen Torbogen auf schmalen Bürgersteigen und kopfsteingepflasterten engen Sträßchen, die leider nicht verkehrsberuhigt sind!
Das würde vielleicht nicht weiter stören, wenn die Autos hier nicht mit viel zu hoher Geschwindigkeit durch die Gassen brettern würden und nicht alle paar Meter die sowieso sehr engen Bürgersteige zugeparkt wären... Also leider kein nettes Bummeln mehr möglich, sondern eher ein Hab-Acht-Slalomlaufen...
Dazu kommt, dass dieser Teil der Stadt nur noch ein paar überladene Souvenirläden bietet und ansonsten irgendwie tot wirkt. Vielleicht fällt unser Eindruck von dieser Ecke aber auch deshalb eher nicht so toll aus, weil es inzwischen angefangen hat zu regnen...?
Egal! - Dank unserem großen Schirm laufen wir trotzdem bis zur Inselspitze und starren dort ein bisschen auf den Fluss, in dem sich hier das Wasser dreier Flüsse mischt, was man witzigerweise tatsächlich auch anhand der Fluss-Farben erkennen kann!
Bei schönem Wetter kann man sich hier bestimmt schön aufhalten, denn es gibt eine kleine Grünanlage mit Kinderspielplatz...

Da der Regen aber leider eher mehr als weniger wird, machen wir uns nach einer Viertelstunde wieder auf den Rückweg und setzen uns noch auf die kleine Terrasse des gemütlichen Lokals "Altstadt Beisl", trinken Kaffee, spielen Backgammon und warten, bis der Regen wieder aufhört...

Mein Fazit:
Insgesamt würde ich sagen, dass Passau zwar ein netter Stopp-Over ist, aber nach den fantastischen alten Innenstädten, die wir grade in Rumänien gesehen haben, wirkt Passau altbacken und so, als hätte es seine besten Zeiten längst hinter sich.
Fairerweise muss man natürlich berücksichtigen, dass es an unserem Passau-Tag die Hälfte der Zeit geregnet hat und vielleicht blüht die Stadt bei Sonne ja noch mal ganz anders auf...

Übrigens
Auf dem Weg aus dem Stephans-Dom raus bleiben wir wie die meisten hier an einem Info-Stand hängen, der zentral im Eingangsbereich steht, über die Tätigkeiten der Gemeinde und der katholischen Kirche informiert und ein großes Foto des jungen hiesigen Bischofs zeigt - einem gutaussehenden charismatischen Mann in unserem Alter... Und - man glaubt es kaum! -
Hier liegen tatsächlich Autogrammkarten für alle Fans von Bischof Stefan Oster auf dem Info-Tisch!... ... ...
Ich bin erstaunt und irgendwie amüsiert und weiß nicht so richtig, ob ich es gut finden soll, dass die katholische Kirche hier so modern ist oder es kritisch finde, wie wichtig Herr Oster sich nimmt...
Ich entscheide mich für Letzteres, als ich nämlich die große Kiste für die Kollekte des Kirchenbaus direkt daneben entdecke... 

Denn keine zehn Meter weiter hinten an einer unscheinbaren Wand hängend habe ich eben noch ein Kollekte-Kistchen gesehen - allerdings ohne Info-Tisch, ohne Autogrammkarten und deutlich kleiner und unscheinbarer: Die Kollekte für die Armen!