Arles - hinter jeder Ecke ein schöner Blick

Arles

Ich war bis jetzt noch nie in Arles und hatte ein nettes französisches Städtchen erwartet. Nicht gerechnet habe ich mit dieser Fülle an warmen Farben, der freundlichen Atmosphäre und den vielen vielen schönen Blicken, die sich mir an jeder Ecke bieten, sodass ich meine Kamera fast gar nicht mehr runter nehmen will.
Die Häuser sind sandsteinfarben, ockergelb, graublau oder in warmen Farben gestrichen. Die wunderschön verzierten alten Fassaden sind malerisch unperfekt, die Fenster haben große dezent-farbige zum Teil abgeblätterte Holzläden und die Restaurants und Bars sind mit viel Liebe (und manchmal auch mit viel Farbe) gestaltet. Auf den großzügigen Plätzen sitzen die Menschen und unterhalten sich laut und fröhlich, an den ruhigeren Plätzen stehen Straßenmusiker mit ihren Instrumenten, deren Klänge durch die Gassen hallen...

van Gogh

Van Gogh hat eine Zeit lang in Arles im gelben Haus gelebt und hier sind einige seiner berühmtesten Werke entstanden, wie z.B. das Bild mit den Sonnenblumen.
Es ist auf jeden Fall ganz witzig, die Bilder mit den echten Motiven zu vergleichen. Hier ein paar Plätze der berühmtesten seiner Werke (einfach in google maps eingeben):
- Cafe bei Nacht (Place du Forum, gelbes Haus)
- Brücke von Trinquetaille
- Garten mit gelbem Säulengang (Espace van Gogh)

Street Art

In Arles gibt es offensichtlich eine Kunstszene, die es nicht müde wird, viele der schönen ockergelben Wände mit Hingucker-Plakaten zu verzieren, sodass ich im Vorbeigehen immer wieder stolpere und ein paar Schritte zurück gehe, um mir genau anzugucken, was ich da vor mir habe - einfach toll!

Sehenswürdigkeiten

Bevor wir uns morgens auf den Weg machen, googele ich, welche Sehenswürdigkeiten man sich angucken sollte und finde nicht viel. Es gibt einige alte Stadtmauern und -türme und natürlich das riesige Amphitheater mitten in der Altstadt (Eintritt 11 €, aber auch von außen sehr sehenswert). Außerdem gibt es den schönen Place de la Republique mit dem eindrucksvollen Rathaus, die Kathedrale St.Trophime, die Chapelle de la Charité d'Arles und den Amédée Pichot Springbrunnen.
Aber mit seinen wunderschönen Altstadtgassen ist Arles selbst ist ein einziges großes Freiluftmuseum. Lasst Euch einfach treiben - Ihr könnt nichts verpassen, denn Arles ist einfach überall gleich schön! Das ging mir zuletzt in Wien so, dass ich anfangs jede einzelne Straße fotografiert habe, nur um dann festzustellen, dass um die Ecke ja eine noch schönere kommt...

Wochenmärkte

Ein unfassbar großer Wochenmarkt von über 2 km Länge ist samstags vormittags entlang des riesigen "Boulevard des Lices" unter schönen alten Bäumen aufgebaut. Hier findet Ihr frisches Obst und Gemüse auf der einen Seite und Souvenirs (z.B. Lavendelsäckchen), Kleidung und Dingen des täglichen Bedarfs auf der anderen Straßenseite.
Mittwochs vormittags findet der Markt auf dem "Boulevard Émile-Combes" statt.

Stierkämpfe

Im Gegensatz zu den Stierkämpfen in Spanien (Corrida) werden die Stiere in der Camargue beim Kampf nicht getötet (Course camarguaise). Stattdessen werden Blumen, runde Abzeichen, Quasten, Schnüre und Tücher an den Hörnern des Stieres befestigt, die von jungen Männern (Rasetuer) mit einem kleinen Haken heruntergerissen werden müssen. Die Stiere bleiben über Jahre die Helden der Arena und viele von ihnen sind sehr berühmt. Die Veranstaltungen finden in Arles im Juli und August jeden Mittwoch und Freitag um 17.00 statt. Am ersten Montag im Juli findet der "Cocarde d`Or statt, die Auftaktveranstaltung statt, die von einem großen Fest begleitet wird.

Parken

Ich mache mir im Vorfeld einige Gedanken zum Parken und bin total positiv überrascht: Von der Porte de la Cavalerie an zieht sich nach Süden direkt an der Stadtmauer entlang ein breiter Streifen mit Parkplätzen. Je näher man der Altstadt kommt, umso teurer werden die Tickets, die ihr an den Parkautomaten ziehen könnt (die übrigens auch Bargeld nehmen). Das System ist einfach: Gelbe Automaten kosten 10,50/pro 20 Min, grüne Automaten kosten 0,50€/pro 30 Min, Sonntags kostet es nichts - Perfekt!

Tipps

Ein wunderschönes kleines Restaurant ist das "la boheme", das versteckt in einem Hinterhof liegt. Ansonsten bietet Arles so viele tolle Lokale, dass Ihr die Qual der Wahl habt.

Wir trinken per Zufall mitten in der Stadt in der Snack Bar "Le Tambourin" direkt neben dem gelben Van Gogh Haus einen Kaffee und gucken ein bisschen Menschen und stellen dabei fest, dass diese Bar fast nur von Einheimischen besucht wird. Vielleicht ist das ja auch was für Euch.

Um dem Menschen-Trubel zu entkommen und einfach mal durch ein paar ruhige Gassen zu bummeln, machen wir einen Abstecher in das kleine Viertel "La Roquette". Hier fühle ich mich, wie im Dorf: Wäscheleinen hängen vor den Fenstern und vor den Haustüren stehen Blumenkübel neben gemütlichen Stühlen und Sesseln. Ein alter Mann kommt um die Ecke und grüßt freundlich und ein Vater hat mit seiner Tochter ein kleines Lied angestimmt, das sie fröhlich singen, während sie durch die Gassen schlendern.

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