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Korfu - 20 Tipps für die grüne Insel

10 Strände

10 Ausflüge

Korfu

Auf unserem Rückweg von Deutschland nach Griechenland wollen wir noch eine Woche Urlaub machen und entscheiden uns für Korfu, die grünste Insel Griechenlands - zumindest ist es das, was ich in Deutschland von mehreren begeisterten Korfu-Touristen gehört habe.

 

Zuerst mal bin ich irritiert - ich weiß auch nicht, was ich erwartet habe -  denn Korfu sieht kaum anders aus als unser Umland von Thessaloniki, das ja im Norden von Griechenland liegt und daher auch ziemlich grün ist. Und mir wird hier zum ersten Mal bewußt, dass der Süden mit seinen bekannten Urlaubsinseln oder auch Athen vermutlich ganz ganz anders aussehen als unsere momentane zweite Heimat Thessaloniki...

Und genau wie bei uns in Thessaloniki gibt es auf Korfu zwar viel viel Grün, aber leider nur wenig blühende Pflanzen - Man darf sich Korfu also nicht als Blumeninsel vorstellen - aber es stimmt, was alle gesagt haben: Korfu ist wirklich herrlich grün!

 

Korfu ist eine tolle Insel für Alle, die gerne Strandurlaub machen wollen, in dem sie herrliches klares Wasser in den tollsten Blau- und Grüntönen geboten bekommen, leckeres Essen, tolle Hotel- und Restaurantanlagen und gut organisierte Boots- oder Landausflüge.

Wer lieber individuell reist, in abgelegenen Hütten wohnt, Land und Leute gerne auf eigene Faust kennen lernt und nach einsamen Stränden oder unberührten Wanderregionen sucht, der ist auf Korfu aber definitiv falsch gelandet... Da alles auf Korfu auf Tourismus ausgerichtet ist, der hier die Haupteinnahmequelle bildet, gibt es zwar einsame Strände und unberührte Natur, diese sind aber sehr schwierig und oft nur zu Fuß unter großer Mühe oder mit einem Boot zu erreichen.

 

Strände

Ich habe mich natürlich vorher im Internet in verschiedenen Blogs umgesehen auf der Suche nach eben diesen spektakulären einsamen kleinen Buchten, die es hier zur Genüge gibt. Leider haben die Blogger alle nicht dazu geschrieben, dass die Wege zu diesen tollen Buchten meistens 1 km oberhalb der Bucht enden und man dann die Wahl hat, in glühender Hitze auf einem steilen Weg zur Bucht runter (und nachher natürlich wieder hoch) kraxeln zu müssen, um diese herrlichen Insider-Locations zu erreichen oder einfach weiter zu fahren, in der Hoffnung auf die nächste Bucht...

Das hohle ich hier ausdrücklich nach!!! :

Wenn Ihr im Internet auf Korfu einen vermeintlichen Geheimtipp für eine einsame Bucht findet, guckt unbedingt vorher auf google maps in der Satellitenansicht nach, ob dort ein Weg hinführt, den ihr mit dem Auto erreichen könnt!!! Oder Ihr mietet Euch direkt ein Boot und fahrt diese wunderschönen Buchten vom Meer aus an - das würde ich beim nächsten Mal so machen...

Wenn Ihr das nicht tut, blüht Euch das, was uns am ersten Tag passiert ist: Ich habe ein paar fantastische einsame Buchten herausgesucht, die ich unbedingt anfahren will, aber wir schaffen es einfach nicht, auch nur in die Nähe zu kommen, weil wir dann wie gesagt Wanderungen machen müssten, für die wir weder den Proviant noch die Lust bei 35 Grad haben. Also fahren wir die Strände an, die wir auch mit dem Auto erreichen und die - typisch griechischer Kundenservice - bis auf den letzten Zentimeter bewirtschaftet sind. Versteht mich richtig: Wenn man diesen Service mit dem damit verbundenen Strandleben mag, kann man hier herrliche Tage am türkisblauen Meer verbringen!

 

Straßen

Falls Ihr auf Korfu einen Mietwagen nehmt, um die Insel selbst zu erkunden, möchte ich Euch noch ein paar Tipps geben :

Es gibt im Zentrum der Insel ein paar gut ausgebaute Straßen, aber egal wo Ihr hin wollt - irgendwann müsst Ihr diese breiten Landstraßen verlassen und Euch auf sehr schmale und kurvenreiche Wege einlassen, die manchmal sogar einspurig durch die engen Dörfer führen. Außerdem (wie überall in Griechenland) könnt Ihr Euch hier leider nicht darauf verlassen, dass google maps unterscheiden kann, was eine asphaltierte Straße ist und was ein Wald- und Wiesenweg, der irgendwann so tiefe Fahrrinnen hat, dass man nicht mehr weiter kann oder zu einer Schotterpiste oder einer Sandpiste wird oder einfach irgendwo im Nichts endet...

Wenn Ihr also das Gefühl habt "Hier geht es nicht mehr weiter", dann hört ruhig auf Euer Gefühl! Denn spätenstens nach weiteren quälenden 500 m, in denen ihr Euch ständig fragt, was Ihr bloß macht, wenn Ihr HIER jetzt stecken bleibt... geht es meistens dann tatsächlich nicht mehr weiter!

Dann könnt Ihr auch einfach direkt umdrehen, es sei denn, Ihr habt einen Geländewagen gemietet, mit dem Ihr notfalls auch querfeldein fahren könnt - dann ist es sicher ein toller Spaß, diese Off-Road-Strecken zu erkunden! Entsprechend sehen wir neben den kleinen weißen Mietautos hier auch viele Quads rumfahren, die die teilweise unwegsamen Strecken deutlich einfacher meistern, als unser dicker uralter Mercedes...

 

Da die Straßen auf Korfu so sind wie sie sind, könnt Ihr natürlich auch nicht besonders schnell fahen, also plant einfach mal locker die doppelte Zeit für die Strecken ein, die Ihr für Eure Wege in Deutschland brauchen würdet und nehmt Euch für den Tag nicht zu viel vor!

Und natürlich solltet Ihr rechtzeitig an den großen Hauptstraßen tanken - auf ganz Korfu gibt es nur 12 Tankstellen!


Trotzdem lohnt es sich, unbedingt auch mal einen Tag im Norden an der Küste entlang oder durch die Berge zu fahren, wo Ihr fantastische Ausblicke, Olivenbäume und nette kleine Dörfer findet!

 

Unterkünfte

Wegen Corona haben im August 2/3 der Urlauber, die sonst nach Korfu kommen ihren Urlaub storniert oder gar nicht erst gebucht und die Insel ist verhältnismäßig leer, also haben wir nichts gebucht, sondern wollen uns die Hotels und Ortschaften erst mal angucken und dann spontan entscheiden, wo wir bleiben... Im Nachhinein sind wir heilfroh darüber, denn bei unseren Kreuz- und Querfahrten über die Insel kommen wir immer wieder zufällig an Unterkünften vorbei, die wir im Internet gesehen haben und die tatsächlich in der engeren Auswahl der TOP 20 gelandet waren... und die absolut schrecklich aussehen oder eine schreckliche Lage haben! Oh mein Gott! Was für ein Glück, dass wir nichts gebucht haben! Grusel!... Ich kann Euch also nur dringend raten, vor dem Buchen einmal mit Streetview durch die entsprechende Straße zu laufen und Euch genau anzugucken, ob Ihr wirklich hier Euren Urlaub verbringen wollt!

Ich hatte überigens auch die Idee, eine schöne Wohnung in den Bergen zu mieten, vom Balkon aus den tollen Blick aufs Meer zu genießen und dann gezielte Ausflüge an Strände und andere sehenswerte Orte zu machen - sehr netter Plan, aber wegen der engen kurvenreichen Straßen muss man sich auch das zwei Mal überlegen!

Strände

Ermones

Da Lutz bei der Ankunft einen Corona-Test machen muss und wir für die nächsten 2 Tage eine Unterkunft angeben müssen, in der er erreichbar ist, entscheiden wir uns kurzerhand dafür, erst mal zum Ankommen zu einer schönen Hotelanlage zu fahren, die wir im Internet gefunden haben und die dank Corona und der leeren Gästezimmer anstatt 130€ für uns beide pro Nacht nur 60 € inklusive einem tollen Frühstücksbuffet kosten soll! Also auf nach Ermones ins >Hotel Philoxenia, das ich entgegen meiner Gewohnheit hier mal namentlich erwähne und wirklich empfehlen kann, denn es ist ein Familienbetrieb mit einer unfassbar freundlichen Familie und einer sehr schönen kleinen Anlage und unser Zimmer hat auch noch einen fantastischen Blick auf die Bucht! Was will man mehr!

Fairerweise muss ich dazu sagen, dass die Zimmer schon ein bisschen verwohnt sind, aber das habe ich in Griechenland bisher immer so erlebt und als unser Klo eines Nachts nicht mehr aufhört zu spülen, ist am nächsten Tag direkt der Handwerker da. Der Pool ist wunderbar mit Blick aufs Meer und das Frühstück ist super, genau wie die leckeren Snacks, die man sich hier Mittags gönnen kann, wenn man will.

 

Eigentlich wollen wir hier nur 2 Nächte bleiben und dann ein bisschen über die Insel vagabundieren - ein paar Tage hier, ein paar Tage dort...

Aber die Ruhe und Absgeschiedenheit "unserer" Bucht gefällt uns so gut, dass wir immer wieder um einen Tag verlängern und am Ende die ganze Woche hier geblieben sind. Nicht zuletzt, weil Ermones ziemlich genau in der Mitte der Insel liegt und wir von hier aus überall gut hinkommen...

 

Die Bucht von Ermones ist 5 Minuten zu Fuß den Hang runter und dort gibt es nur zwei Taverenen, von der die eine jeden Abend (sorry!) für mich leider entsetzlich laute Live-Musik spielt, die aber dann sehr nett klingt, wenn man in der anderen Taverne sitzt, die ebenfalls von einer sehr sehr netten Familie geführt wird. Wir vergleichen so ein bisschen das Aussehen der Besitzer und kommen zu dem Schluß, dass sie irgendwie verwandt sein müssen!

 

Den Strand teilt man sich mit den Liegestühlen eines teuren 5-Sterne- Sport-Resorts, das in den Hang gebaut ist und seine Gäste mit einem extra dafür gebauten Aufzug zum Strand und wieder hoch ins Hotel befördert - was das mit Sport zu tun hat, ist mir allerdings schleierhaft...

Da wir ja auch die Insel ein bisschen erkunden wollen, verbringen wir nur jeden zweiten Tag an unserem eigenen Strand, aber Abends zieht es uns hier immer wieder in die nette Taverne und wir genießen die wunderbaren Sonennuntergänge und die schöne Stimmung und wollen absolut nirgendwo anders sein!

Glyfada Beach

Da der Glyfada Beach im Internet sehr angepriesen wird, machen wir uns eines Abends auch mal hierhin auf den Weg...

Hier gibt es netterweise neben den typischen Plastikliegen eine Bar, die ein wirklich tolles Ambiente hat und ihren Gästen wunderbare Holzliegen mit schönen roten Auflagen anbietet - Man liegt wie auf einem schön gemachten Bett nur eben mitten am Strand!

Leider macht diese wunderbar gemütliche Bar grade zu, als wir um 19.00 zum Abendessen eintrudeln... Schade! Aber nebenan gibt es noch eine typisch griechische Taverne mit Plastikstühlen, dafür aber mit sehr sehr leckerem Essen. Und da Glyfada kaum 5 Minuten von Ermones entfernt und ebenfalls an der Westküste liegt, genießen wir auch hier einen wunderschönen Sonnenuntergang...

Agia Triada Beach / Agios Spiridon Beach / Paleokastritsa

An unserem ersten Tag auf Korfu fahren wir direkt mal an der Westküste hoch nach Norden, weil ich wie gesagt ein paar Geheimtipps im Internet gefunden habe, die dann aber leider nicht mit dem Auto zu erreichen sind... und so landen wir in Paleokastritsa. Die Bucht hat mit die schönsten Farben auf der Insel, was das Wasser angeht und wer mag, verbringt hier auf seiner Strandleige einen faulen Tag am Meer.

Außerdem gibt es eine großen Parkplatz, denn von dem Hafen am Ende Bucht aus legen viele Boote für einen Tagesausflug ab.

Und wir machen hier unseren ersten Ausflug und besichtigen das Kloster von Paleokastritsa - ein netter kleiner Rundgang und wenn man schon mal hier ist, auf jeden Fall sehenswert.

Porto Timoni Beach / Agios Georgios Beach

Der Porto Timoni Beach ist einer der Strände mit den absolut spektakulärsten Bildern im Internet und ich will dort unbedingt hin!

Leider ist er nur nach einem langen Marsch zu Fuß oder mit dem Boot erreichbar, weil er auf einem Landzipfel liegt, was uns vorher nicht klar ist... Wir arbeiten uns also mit unserem sehr alten und sehr breiten Mercedes über echt unwegssme kleine mega-enge Dorfsträßchen immer weiter den Berg rauf, bis es absolut nicht mehr weiter geht, finden zum Glück einen kleinen Parkplatz und stehen immerhin vor einer wirklich sehr sehr schönen Taverne > Porto Timoni Restaurant, von der aus wir einen tollen Blick auf die tief unter uns liegenden Buchten haben und... entscheiden uns, hier Mittag zu essen und uns den Gewaltmarsch da runter bei 35 Grad nicht anzutun... Wenn Ihr wirklich zum Porto Timoni Beach wollt, mietet Euch doch einfach ein Boot!

Loggas Beach

Weiter geht es die Küste rauf und wir suchen immer noch einen Strand, an dem wir gerne mal aussteigen würden... Nach der ganzen Kurverei in der Mittagshitze entscheiden wir uns dann endlich am Loggas Beach, dass wir hier mal ins Wasser springen wollen. Hier können wir gut parken und auch wenn wir schon von oben sehen können, dass wir einen kleinen Pfad zum Strand runter laufen müssen, ist schon klar, dass es sich höchstens um ein paar Minuten handelt. Also los gehts!

 

Und siehe da: der Loggas Beach ist tatsächlich nicht grade von Touristen überfüllt - Jippiiie! Tagesziel erreicht! Ich habe meinen einsamen Strand gefunden!... ... ... Das liegt allerdings daran, dass der Loggas Beach nicht wirklich ein Strand ist, sondern mehr ein winziger Kiesstreifen am Fuß der meterhohen Klippen - Ich bin ein bisschen enttäuscht, Lutz dagegen ist hellauf begeistert, weil er die Klippen einfach sensationell findet! So unterschiedlich kann man das also sehen! Im Internet wird dieser Strand für den schönsten Sonnenuntergang auf Korfu angepriesen, aber da es erst früher Nachmittag ist, ist es dafür definitiv zu früh...

 

Wir machen also erst mal Pause, kühlen uns ein bisschen ab, schwimmen eine Runde, genießen vom Meer aus noch mal den Blick auf diese wirklich beeindruckende Küstenlinie mit ihren schroffen Kalksteinfelsen und dann geht es wieder ab ins Auto und weiter noch ein bisschen mehr in den Norden.

 

Der Vorteil, dass wir hier so hoch rauf gefahren sind, ist übrigens, dass wir immerhin jetzt schon ganz nah an einem anderen Ort sind, der noch auf meiner Unbedingt-To-Do-Liste steht: Einem Aussichtspunkt, von dem aus man das Cape Drastis sehen kann!

Cape Drastis

Cape Drastis heißen ein paar wunderbare Kalksteinklippen im Norden von Korfu, die Ihr nicht verpassen solltet.

Der Weg mit dem Auto zu den Plätzen, an denen man die beste Aussicht darauf hat, ist wieder ziemlich abenteuerlich, aber es lohnt sich trotzdem! Und wenn ihr die Gurkerei nicht auf Euch nehmen wollt... Na!?... Ja ganz genau: Dann mietet Euch einfach ein Boot!...

Canal d'Amour Beach /Sidari

Ganz im Norden von Korfu bilden die schmalen hohen Kalksteinfelsen einen Kanal, der laut Internet wegen seiner schönen Lage die Touristen in Massen anzieht. Uns gefällt der "Canal d'Amour" aber erstaunlicherweise im Gegensatz zu den in den Reiseberichten angeprisenen Stränden total gut: Hier herrscht eine nette ruhige Atmopsphäre, wir parken am "Sokrates Hotel und Rock Restaurant" direkt am D'Amour Beach und kommen heute zum ersten Mal zur Ruhe - Gemeinsam mit den Familien, die hier in der Bucht Urlaub machen und den Tagestouristen sitzen wir auf der schönen Terrasse des Restaurants und sehen der Handvoll Badegäste zu, die sich hier in der Bucht vergnügen. Der Strand ist klein und von der Bucht begrenzt und ein paar Sonnenhungrige liegen direkt auf den Felsen und die ganze Stimmung hier ist eher familiär - ein sehr lohnenswerter Ausflug!

Kassiopi

Zwei Tage später sind wir an der Ostküste unterwegs und machen einen Abstecher nach Kassiopi, weil dieser Ort im Internet als schönster Fischerhafen der Insel genannt wurde. Kassiopi ist tatsächlich ein schöner Ort ohne Strand, dafür aber mit unzähligen gemütlichen Cafes und Restaurants, die zum Bleiben einladen. Von einem Fischerdorf weit entfernt ist das Dorf auch wieder sehr auf die Bedürfnisse der Touristen ausgelegt, aber auf eine sympatische, lebendige Art.

Avlaki Beach

3 km weiter südlich finden wir in der nächsten Bucht einen langgezogenen Strand an einer Küstenstrasse, der unspektakulär ist, aber viel Platz, wenig Menschen und ein nettes Lokal in der Mitte der Bucht bietet: Der Avlaki Beach.

Ipsos Beach

Noch weiter südlich, nur 15 km nördlich der Hauptstadt Kerkyra liegt der langgezogene Strandabschnitt des Ipsos Beach. Hier findet man zwar keine Bucht mit türkisfarbenem Wasser, dafür kommen Familien voll auf ihre Kosten: Entlang der Küstenstraße reihen sich Lokale und Geschäfte dicht an dicht und man findet jeden Verleih, der das Wassersport-Herz höher schlagen lässt. Und direkt vor der Küste am unendlich langen Sandstrand bietet eine riesige Wasser-Hüpfburg einen Tag voller garantiertem Spaß.

Ausflüge

Kerkyra / Corfu Altstadt

Kerkyra oder Corfu-Stadt, die Hauptstadt der Insel ist ein absolutes Muss und der schönste unserer Tagesausflüge. Wir besichtigen die alte Festung direkt am Meer und lassen es uns auch nicht nehmen, bis zum Leuchtturm rauf zu steigen, obwohl uns heute der Schweiß in Bächen den Körper runter läuft. In der wirklich wunderwunderschönen Altstadt reiht sich ein fantastisches altes Gebäude an das nächste und ich komme aus dem Fotografieren gar nicht mehr raus - nicht zu Unrecht hat die Stadt den Beinamen "Klein-Paris"!

 

Es gibt allerdings eine Sache, die Ihr vor dem Besuch der Stadt unbedingt wissen müsst, damit Ihr nicht enttäuscht seid, wenn Ihr einen Ausflug dorthin macht: Jedes einzelne - und ich meine wirklich JEDES einzelne dieser wunderschönen alten Häuser hat im Erdgeschoss einen Souvenirladen oder ein Cafe, sodass Ihr Euch von Schwämmen, Olivenöl, Olivenholz, Kunsthandwerk, Corfu-Handtüchern und China-Nippes aller Art erst mal völlig erschlagen fühlen werdet! ... Es sei denn natürlich, Ihr seid genau deshalb hierher gekommen, um genau das als Andenken zu kaufen: Einen Schwamm, Olivenöllöffel (übrigens sehr hübsch!)...

 

Ich schlendere durch die Gassen und immer wenn ich denke, hinter der nächsten Ecke müsste die Souvenirmeile aber jetzt mal vorbei sein, kommt noch so eine vollgestopfte  Straße und ich fühle mich wie in einer Parallelwelt gefangen, wie in einem sehr skurrilen Film... Ein ähnliches Gefühl hatte ich, als ich im Sommer mit Lutz in Kaevelar war- dem ersten Wallfahrtsort, den ich je gesehen habe... Nur dass ich hier durch einen Tempel für Touris wandele... Irgendwie Wow!

Ich bin völlig fasziniert von dieser Kombi aus wunderschön und ... Konsum. Lutz erklärt mir, dass es in allen kleinen Städten so aussieht, die von Kreuzfahrtschiffen angefahren werden und ich gehe durch die netten Gassen und stelle mir dabei vor, wie es wohl ist, um die Welt zu reisen und immer nur so einen kleinen Ausschnitt eines Landes zu sehen, der extra für Leute wie mich zu einer Welt gestaltet wurde, wie ich sie gerne vorfinden möchte: Sehr pittouresk, sehr alt und schön und wo trotzdem alle meine Konsumbedürfnissen erfüllt werden...

 

Und während ich so  durch Kerkyra laufe und schöne Fotos von den alten Fassaden mache, frage ich mich dann auch, wie die Menschen auf Korfu damit zurechtkommen, dass sie ausschließlich vom Tourismus leben und sich ganz den Bedürfnissen der Touristen anpassen müssen, ob es ihnen gefällt oder nicht... 

Da wir hartnäckig sind und immer weiter laufen, kommen wir tatsächlich auch irgendwann in eine Gegend, in der die Häuserfassaden immer noch schön, aber nicht mehr prunkvoll sind und sogar die Souvenirläden aufhören - hier wohnen die Einheimischen! Wäsche hängt quer über der Straße und außer uns sind hier keine Touristen mehr unterwegs. So sah Kerkyra vermutlich aus, als hier noch keine Kreuzfahrtschiffe angelegt haben...

 

Von einer Freundin, die auf Märkten ihre Waren verkauft, weiß ich, dass fast alle Souvenirs auf der ganzen Welt in Asien hergestellt werden und dann von den entsprechenden Ländern importiert werden. Das heißt, dass alles außer den Dingen, die mit Oliven zu tun haben oder authentisches Kunsthandwerk sind, aus Asien kommt... Ist das den Käufern egal? Geht es nur um die "Beute", das Gefühl, etwas mitzubringen? Oder reden die Leute sich ein, das würde alles tatsächlich hier hergestellt?

Interessanterweise finden Lutz und ich Sachen unter den Souvenirs, die schon unsere Eltern vor 30 Jahren gekauft haben, so z.b. eine Art Barbie Puppe, die einen traditionelles Kleid trägt... JAAA! Wird jetzt die Eine oder Andere schreien! So eine hat meine Oma mir damals aus Spanien mitgebracht! Genau! Meine nämlich auch...

 

Übrigens

Ich habe vorher im Internet gelesen, dass man unbedingt das Kumquat Eis hier probieren soll und wir setzen uns also mitten ins Souvenir Viertel in ein Café, das mit handgemachtem Kumquad-Eis wirbt... Ich bin seehr gespannt! Der freundliche Kellner kommt und ich bestelle also voller Vorfreude mein Kumquad -Eis... "

"Kumquad? Oh Entschuldigung Entschuldigung, aber das ist leider ausverkauft!"

Na toll! Grummel, Na gut! Ich gucke mir also auf der Karte die anderen 19 Eissorten an, die alle angeblich hausgemacht sind... Mjam! Währenddessen meint der Kellner mehrmals, ich soll doch einfach mit rein kommen und mir ein anderes Eis aussuchen, aber ich bin froh zu sitzen und habe auch sehr schnell was Anderes gefunden: Ok, dann also Mango-Eis - Ich liiiebe Mango-Eis! Der Tag ist gerettet! 

Lutz bestellt ein Bier mit mezze und als der Kellner nach 10 Minuten wieder raus kommt, bekommt Lutz anstatt der kleinen Fischhäppchen, die man sonst überall den Griechenland serviert zwei Scheibchen Fleischwurst, zwei Scheibchen Käse und ein paar trockene Kräcker - Die Kreuzfahrt-Touristen-Version halt, die wissen es ja nicht besser...

Und mir serviert der freundliche Kellner leider wieder nur ein Lächeln: Mango ist auch ausverkauft, ob ich nicht doch mal eben mit rein... "Mokka?" frage ich, denn auf der Karte stand auch Mokka-Eis... Freundliches Lächeln: "Oh, nein, das haben wir leider auch nicht! Vielleicht Zitrone? Kommen Sie doch bitte rein und wählen sie dort!"

Und als ich mich dann also endlich durchringe und ihm in das Cafe bis vor den Eis-Tresen folge, wird mir auch klar, warum der freundliche Lächler die ganze Zeit schon versucht hat, hier rein zu bugsieren: Es gibt anstatt der 20 Eissorten auf der Karte noch genau drei Eissorten: Banane, Pistazie und Zitrone... Wie gut, dass ich bei Eis nicht wählerisch bin!... 

 

Ach ja und Essen gehen wir dann lieber nicht mehr in der Altstadt - nach dem Touri-Mezze und der Eis-Enttäuschung wollen wir lieber nicht ausprobieren, was uns hier als typische Inselküche vorgesetzt wird, sondern halten uns an eine Empfehlung aus einem blog, das "Nautilus" am südlichen Ende der Bucht: Das Essen ist super, das Personal unglaublich freundlich und man sitzt an einem wirklich schönen Platz, wo man es mit Blick auf die Bucht sehr gut aushalten kann.

Windmühle Leof. Dimokratias

Am südlichen Ende der Bucht von Kerkyra direkt neben dem netten Lokal "Nautilus" findet Ihr am Anfang eines langen Piers eine schöne griechische Windmühle. Hier liegen übrigens die ganz hartgesottenen Griechen und Griechinnen auf dem Pier und braten in der glühenden Sonne...

Kloster Vlacherna

Da wir schon mal in Richtung Süden auf der Halbinsel von Kerkyra unterwegs sind, fahren wir nach unserer schönen Pause auch noch ganz bis in die Spitze bis zu einem kleinen Kloster, das dort auf einem Inselchen liegt und ein wirklich sehr schönes Motiv abgibt - Vlacherna.

Direkt gegenüber hat ein sehr hüsches Cafe seine Bänke in die Sonne gestellt, aber leider sind wir grade satt und zufrieden und wollen nach Hause... Beim nächsten Mal dann aber ganz bestimmt!

Kloster Paleokastritsa

Das Kloster Paleokastritsa liegt auf einem Hügel am Ende der Bucht von Paleokastritsa und man kann mit dem Auto bis direkt vor das Tor fahren und dort parken. Das kleine Kloster ist sehr schön angelegt und gepflegt und wenn man in der Näher ist lohnt sich der kleine Spaziergang durch die Anlage auf jeden Fall.

 

Wie immer laufe ich rum und mache Fotos, während Lutz auf seinen eigenen Wegen rumschlendert und als ich mich auf den Rückweg mache, sehe ich Lutz im Klostergarten stehen und sich mit einem Mönch unterhalten... Lutz spricht Griechisch?! Das wußte ich ja gar nicht!!! Oder macht er einfach nur ein schlaues Gesicht und nickt ab und zu, um den netten Alten nicht zu kränken?... Aber nein! Als ich näher komme, höre ich wie die Beiden sich angeregt unterhalten... auf Spanisch! Wie witzig! Der nette alte Mönch, der da sitzt, kommt aus Argentinien und erzählt, dass er als junger Mann so reiselustig war, dass er sich immer wieder in andere Länder hat versetzen lassen - bis er schließlich in Griechenland gelandet ist, wo er jetzt schon seit 20 Jahren lebt und seinen Lebensabend verbringen wird... Sozusagen ein echt sympatischer Aussteiger-Priester...

Burgruine Angelokastro

Noch eine Sehenswürdigkeit, die im Internet umbedingt empfohlen wird, ist die Ruine Angelokastro, also fahren wir noch mal ein paar heftige Serpentinen am Meer entlang und laufen schließlich mit einigen wenigen anderen Tapferen die Steintreppen bis zur ehemaligen Burg hoch, während alle anderen Menschen bei der Hitze heute lieber faul am Strand liegen... Aber nur Strand ist einfach nicht unser Ding - also tapfer weiter!

 

Die Ruine selbst ist ganz nett aber nicht grade spektakulär und oben auf dem Gipfel gibt es ein kleines Kapellchen, aber man hat einen wirklich sensationellen Blick in die türkisfarbenen Buchten unterhalb der steilen Felsen! Noch mal WOW!

Pantokrator - der höchste Berg Korfus / Kloster Moni Ypsilou Pantokratoros

Für unseren letzter Ausflugstag haben wir uns noch mal den Norden Korfus vorgenommen: Heute wollen wir zum höchten Berg der Insel fahren und außerdem ein sehr altes Bergdorf besuchen, von dem überall begeistert erzählt wird...

 

Die Fahrt in die Berge führt uns wie erwartet wieder sehr schnell weg von der breiten Überlandstraße in der Mitte der Insel auf kleine, sehr schmale Straßen mit vielen vielen Kurven und ich bin sehr froh, keine kleinen Kinder auf der Rückbank sitzen zu haben, die uns spätestens nach einer halben Stunde das Frühstück vor die Füße gekotzt hätten...

So können wir den Weg durch Olivenbäume  und einsame Bergdörfer mit tollen Aussichten über die Buchten von hier oben aus wirklich geniessen.

 

Immer noch höher geht es, bis wir schließlich auf dem Pantokrator anhalten - dem höchten Berg Korfus! Direkt auf dem Gipfel haben Mönche ein schönes kleines Kloster gebaut und es war sicher eine sehr bereichernde Erfahrung, hier in der Abgeschiedenheit zu leben und Gott dabei so nahe zu sein, bis... irgendjemand, der hier mächtig viel zu sagen hatte, beschlossen hat, mitten in den Innenhof des Klosters genau über dem fröhlich dahinplätschernden Klosterbrunnen einen gigantischen Sendemast zu bauen! Und weil der Berg ja damit schon verschandelt ist und der Frieden des Klosters sowieso dahin ist, kann man ja dann auch noch direkt neben das Kloster alle Sendemasten der ganzen Insel setzen - schließlich ist hier der höchste Punkt und damit der allerbeste Empfang garantiert! Und Gott hat sich daran sicher nicht gestört, aber mein Gehirn braucht doch ein bisschen, bis es diese beiden Gegensätze irgendwie verarbeitet...

 

Da ich so eine irre Ansammlung von Sendemasten auf einen Haufen auch noch nie gesehen habe, marschiere ich auch mal bis an die Spitze der kleinen Kuppe, auf der dieser Metallwald steht und kann den Eindruck, den diese ganzen Kreuz- und Quer-Kabel und diese ganzen Metallfinger, die in den Himmel zeigen und das Gefühl, hier mitten in einem Wahnsinns-Energiefeld mit unfassbarem Elektrosmog zu stehen gar nicht packen... Ich würde es gerne auf ein Foto bannen, aber so sehr ich es auch versuche, es lässt sich nicht festhalten! Witzigerweise ist es ein ähnlich unbegreifliches Gefühl nach oben zu gucken, wie in einer großen großen Kirche mit einer riesigen Kuppel zu stehen... Göttliche Energiefelder und menschliche Energiefelder scheinen doch irgendwas gemeinsam zu haben...

Das verlassene Dorf Palea Peritheia

Unser zweites Ziel heute ist das verlassene Bergdorf Peritheia, das als Sightseeing-Ziel als eines der ältesten Dörfer auf Korfu anbepriesen wird und noch einen sehr ursprünglichen Scharm haben soll.

 

Das Wichtigste vorweg: Versucht bitte auf gar keinen Fall, vom Berg Pantokrator aus das Dorf zu erreichen, es sei denn ihr seid mit einem extrem leistungsstarken Off-Road-Auto unterwegs, was wir leider nicht sind. Unser Navi auf google maps zeigt uns fröhlich einen möglichen Weg nach dem anderen und wir versuchen stundenlang, alle diese Wege aus, stehen plötzlich in verlassenen Steinbrüchen und mitten auf einer Wiese, auf der der Weg einfach endet (was google maps leider gar nicht so sieht) bis wir schließlich auf einem Feldweg landen, der abwechselnd extrem tiefe Fahrrinnen hat, auf denen eigentlich vermutlich nur Traktoren hier lang fahren und kurze Strecken von ehemals asphaltierten Wegen, in denen inzwischen riesige Löcher klaffen, in denen man auf keinen Fall mit dem Reifen stecken bleiben will oder mit dem Auto aufsetzen oder... ... ... Ich halte mir einfach immer wieder die Augen zu, damit mir das Adrenalin nicht zu den Ohren raus schießt und Lutz fährt hochkonzentriert immer weiter, bis wir endlich irgendwann an unserem Ziel sind... Puh!!!

Auf dem Rückweg fahren wir dann die "richtige Straße" nach Peritheia, die man von der Ostküste zum Beispiel von Kassiopi aus erreicht und an der das Dorf auch schön überall ausgeschildert ist!

 

Peritheia war wirklich mal ein wunschönes Dorf - alle Häuser hier sind aus Bruchstein und die zwei kleinen Wege, die durchs Dorf zu einem kleinen Dorfplatz führen sind sehr sehr heimelig. Im Dorf gibt es ein paar Tavernen, wo man ein nettes kleines Mittagessen bekommt und die Atmosphäre geniessen kann und ansonsten lädt die Gegend zum Wandern ein... Alle Häuser außer der Tavernen sind völlig verfallen und geben wunderbare Fotomotive ab, aber bis auf ein paar ganz wenige Häuser, die renoviert werden oder an denen ein Schild "zu verkaufen" steht, ist Peritheia ein Geisterdorf. Es ist schön, hier herumzulaufen und durch die Ruinen zu kraxeln, aber gleichzeitig tut der Gedanke weh, dass eigentlich viele Dörfer auf Korfu vermutlich mal so gemütlich ausgesehen haben, bevor der Massentourismus hier ankam und die Hausbesitzer verständlicherweise ihre alten Häuser abgerissen haben, um größere Häuser mit vielen vermietbaren Zimmern zu bauen.

Auf dem Weg durch Peritheia denke ich an Pilion - bisher meine absolute Lieblings(Halb)Insel in Griechenland, auf der fast alle Bergdörfer noch so aussehen wie Peritheia, allerdings mit einem blühenden Dorfleben und wunderbaren Dorfplätzen unter urlaten Platanen... Was für ein Segen, dass Pilion nicht so leicht zu erreichen ist und deshalb für den Massentourimus nicht in Frage kommt... Armes neues Korfu!

Ypapanti Kirche

Unmittelbar nördlich von Kerkyra im Norden der Bucht von Gouvia (die übrigens keinen Strand sondern nur einen Hafen hat) liegt noch mal ein kleines Kirchlein auf einer Insel: Die Kirche Ypapanti, die ich Euch hier nicht vorenthalten möchte. Wenn Ihr auf dem Weg in den Norden seid, macht doch auch noch diesen kleinen Abstecher!

Achilleion - Sissi's Sommerhaus

Was wir leider nicht mehr geschafft haben, obwohl es gar nicht weit von Kerkyra entfernt liegt, ist das Sommerhaus von Kaiserin Sissi zu besichtigen - das Achilleion. Sissi war wohl ein großer Fan von Korfu und hat sich hier extra ein Herrenhaus nach ihren Vorstellungen umbauen lassen, das man mitsamt dem Park heute besichtigen kann.

Und sonst noch

Auf Korfu habt Ihr unendliche Möglichkeiten, um den Tag zu gestalten. Neben Wassersportaktivitäten aller Art könnt Ihr Tandem-Gleitschirmspringen, Euch ein Boot, ein Auto, eine Vespa oder ein Squad mieten, einen Segeltörn machen, Olivenöl- und Weintouren machen und außerdem noch diverse Ausflüge buchen.

Von anderen Reisenden wurden mir besonders die Ausflüge in den Nationalpark Butrint im Süden Albaniens, zu den Inseln Praxos und Antipaxos und an die gegenüberliegende Festland-Küste nach Parga empfohlen.

 

Infos zu den Ausflügen findest Du zum Beispiel hier:

getyourguide Butrint

getyourguide Praxos und Antipaxos

getyourguide Parga

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