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Thassos - Alles was mein Herz begehrt

Thassos / Thasos (Θάσος)

Ende Oktober gibt es in Griechenland anstelle von Herbstferien anlässlich des Nationalfeiertages ein langes Wochenende und wir nutzen die 5 Tage, um nach Thassos zu fahren, das grade mal 280 km von Thessaloniki entfernt liegt; also so ungefähr, als würde man von Essen aus nach Holland ans Meer fahren nur mit dem Unterschied, dass die Bezahlautobahnen hier immer so gut wie menschenleer sind und man einfach durch fahren kann. Lutz Kollegen schwärmen alle von Thassos; einige sogar so sehr, dass sie sich dort ein Haus gekauft haben. Also sind wir sehr gespannt, was uns erwartet...


Der Weg von Thessaloniki nach Thassos führt an ein paar schönen Seen vorbei und wie beim letzten Mal auch schon begegnen uns auf der Autobahn immer wieder LKW, die Baumwolle transportieren, ein Anblick, der mich jedesmal neu fasziniert. Außerdem merken wir, dass wir uns der Türkei nähern: Auf der Höhe von >Kavala springen uns gesprühte antitürkische Parolen ins Auge, die fordern, dass Zypern alleine den Griechen gehört...

 

Am Fährhafen Keramoti angekommen haben wir Glück, können direkt nach Thassos übersetzen und landen in der Hauptstadt Limena. Es ist schon später Abend, weil wir Freitagnachmittag nach der Schule erst los gefahren sind, also halten wir uns hier nicht groß auf, sondern fahren weiter zu unserem Ziel im Süden der Insel: Nach Limenaria. Wer schon mal im Oktober oder sogar noch später im Jahr in Griechenland war, weiß, dass die Nebensaison schon angebrochen ist und viele viele Lokale, Geschäfte und Unterkünfte über den kompletten Winter bis zum nächsten Mai geschlossen sind. Deshalb habe ich uns im Internet den Ort auf Thassos rausgesucht, der garantiert auch jetzt noch eine funtionierende Infrastruktur hat, das heißt wo wir auf jeden Fall zu jeder Tageszeit was zu Essen kriegen... Limenaria ist nämlich der zweitgrößte Ort auf Thassos und ein beliebtes Ziel bei Touristen.

 

Am Hotel angekommen wartet schon die nette Besitzerin auf uns und überreicht uns strahlend den Schlüssel zum Nebeneingang, der sonst wohl von Personal und Lieferanten genutzt wird... Denn der Haupteingang und überhaupt das ganze Hotel sind bis auf zwei Zimmer fest mit Rolladen verschlossen und wir sind bis auf die alten Eltern der Besitzerin, die hier im Hotel überwintern, die einzigen Gäste! Und das nicht nur hier im Hotel, sondern in der ganzen Uferstraße... So weit das Auge reicht gibt es hier keine anderen Besucher außer uns und alle Häuser liegen schon tief und fest im Winterschlaf.

Und das wird uns die ganze Woche über begleiten: In jedem Ort, den wir besuchen sitzen zwar Grüppchen von vor allem älteren Leuten herum und genießen die warmen Herbsttage, aber das sind alles Einheimische; Touristen sehen wir nur ganz ganz selten. Das gibt unserem Besuch eine ganz besondere Stimmung und ich habe das Gefühl, ich habe nach einer pompösen Oper als Einziger das Privileg, dass ich hinter die Kulissen schauen und Teil des Dorflebens sein darf... sehr nett!

 

In den nächsten Tagen erkunden wir die Insel, die wirklich wunderschön ist, fahren mit dem Auto an einsame Strände und in entlegene Bergdörfer und suchen uns die schönsten Plätze in den Häfen der Küstendörfer, um bei leckerem Essen stundenlang am Meer zu sitzen... Was will man mehr?!

Mir fällt auf, wie sauber Thassos im Gegensatz zu Thessaloniki ist und wir sehen auch tatsächlich nicht einen einzigen wilden Hund, geschweige denn auch nur ein einziges aggressives Hunderudel, die uns das Leben in Thessaloniki manchmal so schwer machen... Stattdessen gibt es überall Scharen von Katzen und deren Junge, die im Sommer vermutlich von all den Touristen gefüttert werden und sich nun wieder daran erinnern müssen, wie man Mäuse fängt... Jedenfalls können wir auf Thassos überall bedenkenlos auch in einsamen Gegenden und zu jeder Tages- und Nachtzeit spazieren gehen und genießen das sehr... Ach ja, übrigens sollte man darauf achten, am frühen Abend in Richtung Westküste unterwegs zu sein, denn hier scheint die Sonne noch ein ganzes Stückchen länger als auf der Ostseite und man kann anschließend die herrlichen Sonnenuntergänge genießen!

 

Thassos gefällt mir wirklich sehr gut! Das Meer ist überall türkisblau und kristallklar, egal wo man sich grade befindet. Die Dörfer sind wunderbar ursprünglich und selbst in Limenaria, das wohl im Sommer einer der Lieblingsplätze der Touristen ist, sind die Hotels, Restaurants und Cafes geschmackvoll und gemütlich eingerichtet und es gibt nur einen einzigen Souvenirladen, der sich dezent in die Fußgängerzone einpasst... Also keinerlei Anzeichen von Massentourismus - wunderbar!

 

Thassos heißt übrigens eigentlich gar nicht Thassos, sondern Thasos (Θάσος), das Th wird nicht hart, sondern wie das englische th und das a nicht kurz, sondern lang gesprochen... Interessant, dass der Name in anderen Sprachen so verändert wurde...

Rings um die Insel herum führt eine gut ausgebaute knapp 100 km lange Straße an der Küste entlang, von der aus man jeden Ort auf Thassos erreichen kann - wie sagt meine Schwägerin immer so schön: "Genau wie Lummerland!". Und selbst um von einem Bergdorf zum anderen zu kommen geht es schneller, wieder auf diese Ringstraße zurück zu fahren, anstatt sich über nicht befestigte Wege durch die Berge zu kämpfen. 

Viele Küstenorte haben nämlich nicht nur einen gleichnamigen Strand, sondern auch ein dazugehöriges Bergdorf, das von diesem Küstenort aus gut erreichbar ist. Das liegt daran, dass die Küstendörfer früher sehr oft von Piraten überfallen wurden und die Menschen sich dann irgendwann in die Berge zurückgezogen haben, weil sie dort schwerer zu finden waren und rechtzeitig sehen konnten, wenn an der Küste mal wieder ein Piratenschiff gelandet war, um sie auszurauben.

 

Da wir dieses Mal nur 5 Tage Zeit haben, können wir uns natürlich nur einen Bruchteil der Orte angucken, die diese schöne Insel zu bieten hat. Mit mehr Zeit hätte ich große Lust, auf die Suche nach einsamen Buchten und verlassenen Bergdörfern zu gehen, aber wir kommen ja ganz bestimmt noch mal wieder!

 

Mein Lieblingsblog zu Thassos ist übrigens >thassosblog. Die Autorin Ariane erzählt viele schöne Insider-Geschichten über Thassos und seine Bewohner und man fühlt sich sofort wie zu Hause. Zu den Dörfern, die ich diesmal nicht geschafft habe anzusehen, habe ich Euch ihre Geschichten verlinkt. 

 

So und jetzt erzähle ich Euch von den wunderschönen Plätzen, die wir uns auf Thassos angeguckt haben. Dabei starte ich in Limenas und fahre mit Euch rechts herum (also im Uhrzeigersinn) einmal um die ganze Insel. 


Viel Spaß beim Lesen!

Limenas

Limenas - Die nette kleine Hauptstadt

Im Internet hatte ich in einigen blogs gelesen, dass Limenas nicht der Rede wert ist und bin deshalb sehr positiv überrascht, als wir auf einer unserer Touren hier ein paar Stündchen verbringen. In Limenas legen alle Fähren aus Keramoti an und natürlich liegen diese riesigen Schiffe hier vor Anker und prägen das Bild, aber an der breiten Uferpromenade reiht sich ein gemütliches Restaurant an das nächste, in zweiter Reihe gibt es eine verkehrsberuhigte Einkaufsstraße, in der man schön bummeln kann und im Nord-Osten der Bucht kommt man am Fischerhafen vorbei zu einem wunderwunderschönen kleinen Strand. Außerdem lässt Limenas das Herz jedes geschichtsinteressierten Menschen höher schlagen, denn hier gibt es buchstäblich an jeder Ecke kleine und große Ausgrabungen.

Limenas - Traumstrand am Ende der Bucht

Im Nord-Osten der Bucht von Limenas machen wir einen kleinen Strandspaziergang vorbei am Fischerhafen und landen schließlich ganz am Ende an diesem wundervollen kleinen Strand. Auf einem Stein am Wasser sitzt ein alter Mann und hantiert mit Tintenfischen herum, die er gerade gefangen hat und wir bleiben fasziniert ein bisschen bei ihm stehen... Schnell stellt sich heraus, dass er ein paar Jahre in Deutschland gelebt hat und wie üblich wird daraus eine herzliche Kauderwelsch-Unterhaltung aus ein paar Brocken Griechisch und ein paar Brocken Deutsch und als ich ihn frage, ob ich ein Bild von seinen Tintenfische machen darf, drückt er sie mir spontan in die Hand und Lutz darf ein Foto von mir als stolze Fischerin machen. Nach viel Lachen und freundlichen Worten gehen wir schließlich weiter bis in die Spitze der Bucht, wo uns dieser Strand aus schneeweissem Marmorkies erwartet und auch ohne dass wir mit einem Pina-Colada auf der Sonnenliege relaxen (die Bar ist leider wie alle anderen schon geschlossen), geniessen wir die herrliche Ruhe und das wunderbare Südsee-Feeling...

Limenas - Liebling der Römer - Ausgrabungen an jeder Ecke

Was irgendwie in keinem der blogs erwähnt wird, die ich mir zu Thassos durchgelesen habe sind die unfassbar vielen großen und kleinen Ausgrabungen, die es in Limenas gibt! Wir fahren mit dem Auto durch kleine Gassen in Richtung Hafen und an jeder zweiten Ecke steht ein Schild mit dem Hinweis auf einen römischen Tempel, der hier gestanden hat. Wow! Viele der kleinen Ausgrabungsfunde stehen im Garten oder im Hof einen ganz normalen Hauses - die Menschen hier leben tatsächlich inmitten ihrer Geschichte. Heute schaffen wir es leider nur, das alte Forum direkt unten am Hafen zu besichtigen und auch die schöne Akropolis, das alte Amphitheater müssen wir leider auf nächstes mal verschieben... Ich nehme mir jedenfalls vor, diese vielen kleinen Zeitzeugen der römischen Geschichte bei unserem nächsten Thassos-Besuch unbedingt mal zu Fuß zu erkunden und einen kleinen Rundgang für Euch auszuarbeiten!

Marble Beach / Saliara Beach
- Der Karibikstrand

Knapp 7 km nach Osten von Limenas aus liegt der Marble Beach - der Marmorstrand, der bei allen Thassos-Fans für leuchtende Augen sorgt. Man fährt einfach nach Süd-Osten aus Limenas heraus und folgt dann ab Makriammos den blauen Schildern, die einem den Weg weisen. Die Straße ist zwar nicht befestigt und ziemlich holperig, aber es gibt keine bösen Überraschungen in Form von riesigen Spurrillen oder ähnlichem, was uns sonst schon so alles bei unseren Touren in Griechenland begegnet ist. Hier fahren regelmäßig die schweren LKWs vom Marmorsteinbruch rauf und entsprechend ist der Weg breit und gut zu befahren. 

In der kleinen Bucht erwartet uns eine verlassene Strandanlage, diesmal sogar mit einem Wachhund an der Kette, aber das Gelände ist groß genug, um ihm nicht in die Quere zu kommen.

Und der Weg hat sich wirklich gelohnt! Das Wasser ist türkisfarben und glasklarer und der Strand besteht aus Millionen von klaren weißen Marmorkieseln, die ich alle am liebsten mit nach Hause nehmen würde...

Anscheinend geht es nicht nur mir so, denn ein großes Schild weist ausdrücklich darauf hin, dass genau das streng verboten ist und eine Kamera filmt den kompletten Strand und sorgt dafür, dass er nicht leer geräumt wird... Es ist ein wirklich komisches Gefühl, sich nach dem Schwimmen beim Umziehen filmen lassen zu müssen, aber nach ein paar Minuten habe ich die Kamera wieder vergessen und genieße die tolle Atmosphäre! Außerdem bin ich mal ehrlich und muss Euch gestehen, dass ich ein absoluter Pimpel bin, was kaltes Wasser angeht und Ende Oktober sowieso nicht mehr ins Meer gehe... Also was solls! Hier kann man es wirklich aushalten, wir haben uns wohlweißlich in Limenas in einer Bäckerei ein paar süße und herzhafte Teilchen geholt und so verbringen wir hier einen wunderschönen Nachmittag!

Außer uns gibt es nur noch eine Familie, eine Gruppe junger Mädchen und drei Katzenjunge, die Freundschaft mit den Mädels geschlossen haben und ausgiebig von ihnen gefüttert und gestreichelt werden... 

Ach ja und auf dem Weg zurück zum Auto begegnen mir die ersten Ziegen auf Thassos und ich bin ganz wild darauf, sie zu fotografieren, sie aber nicht - sie grasen bedächtig und ganz in Ruhe und ich gehe ganz langsam auf sie zu, um sie etwas näher vor meine Kamera zu kriegen, aber jedes Mal, wenn ich einen Schritt auf sie zu tue, heben sie kurz den Kopf und gehen einen Schritt weiter weg, um dann munter weiter zu grasen, als hätten sie mich gar nicht wirklich gesehen... Lustiges Spiel! Es ist als hätten wir einen unsichtbaren Abstandshalter zwischen uns, so wie diese Einparkhilfen, die ich so hasse und jede Mal wenn ich mich auch noch so vorsichtig versuche, näher zu schleichen macht irgendwas im Kopf der Leit-Ziege "Piep... Piep... Piiiiiiiiiiiiep"... und sie tut wieder einen Schritt... Mist!

Potamia

Der nächste Ort entlang der Küste ist Potamia mit seinem Strand dem Golden Beach und den schönen Bergdörfern Panagia und Potamia.

Potamia ist der einzige Küstenort, den wir in unseren 5 Tagen leider nicht geschafft haben zu besuchen, aber ich habe Euch trotzdem ein paar Informationen dazu rausgesucht. Nach Limenas und Limenaria ist Potamia der drittgrösste Ort auf Thassos und hat eine ziemlich gute Infrastruktur. 

Außerdem kann man von Potamia aus schöne Wanderungen machen, zum Beiepiel entlang der Küste nach Limenas >wandern-auf-thassos

 

Im Norden der Bucht liegt der kleine Hafen Chrysy Ammoudia, wo man herrlich sitzen und über die Bucht gucken kann >thassosblog

Golden Beach - Der beliebteste Strand

Der Golden Beach von Thassos ist der größte und beliebteste Strand der Insel mit vielen Restaurants, Cafes und Wssersportmöglichkeiten. Mehr Infos findet Ihr zum Beispiel hier:

>indigo-blau.de

Panagia - Das schöne Bergdorf

Zu dem Küstenort Potamia gehören die schönen Bergdörfer Potamias und Panagia. In Panagia gibt es unter anderem eine Drachenhöhle und ein Öl-Museum zu besichtigen. 

>thassosblog>thassosblog

 

Und auch von Panagia aus lassen sich schöne Wanderungen machen,

zum Beispiel zum Golden Beach, zum hüschen Nachbarort Potamia oder nach Limena

>wandern-auf-thassos

Wandern auf dem höchsten Berg Ipsarion

Und wem normale Wanderungen nicht reichen, weil er höher hinaus will, der kann auch den höchsten Berg der Insel ersteigen.

>puriy.de

Paradise Beach - Der weißeste weicheste Sandstrand

Der nächste Strand an der Küste entlang ist der Paradise Beach, der wie sein Name schon sagt, paradiesisch weißen, weichen Sand hat. Wir werfen auf dem Weg mal ein Auge auf diesen viel gerühmten Strand, aber im Herbst und mit geschlossener Strandbar lohnt es sich nicht wirklich, hier Zeit zu verbringen. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass dieser nette kleine Strand im Sommer ein absolutes Highlight ist!

>indigo-blau.de

Aliki

Im Südosten von Thassos liegt diese wunderbare kleine Halbinsel mit einer ruhigen kleinen Bucht, einem fantastischen Spazierweg, der einmal um die Halbinsel führt, spannenden römischen Ausgrabungen und Marorsteinbrüchen. Ein Ausflug hierher lohnt sich total und man kann hier den ganzen Tag verbringen, ohne sich auch nur eine Sekunde zu langweilen.

Aliki Beach - Die ruhige kleine Bucht

Der Strand in der Bucht von Aliki ist ein wunderbarer Sandstrand und es gibt zwei Lokale mit einem tollen Ausblick, wo wir stundenlang sitzen, essen und die schöne Atmosphäre genießen...

Aliki Spaziergang Rundweg

Um die Halbinsel herum führt ein sehr schön angelegter ca. eine Stunde langer Spazierweg, der bei den römischen Ausgrabungen anfängt und am Strand wieder endet. Wir laufen auf alten römischen Pfaden durch wunderbar duftende Nadelwälder und entlang der Küste mit sensationellen Ausblicken auf das türkisfarbene Meer  und tolle Marmor-Fels-Formationen... Wow!

Aliki - Römer und Marmor

Schon im 5.Jh vor Christus wurde in Aliki von den Römern Marmor abgebaut und ich muss wirklich sagen; Die Römer wußten, wo es schön ist! Die Anlage mit den römischen Ausgrabungen liegt auf der Ostseite der Halbinsel und bietet wunderbare Aussichten auf das ruhige blau-grüne Meer und die schöne Bucht und ich kann mir so richtig gut vorstellen, wie man hier gelebt hat - Luxusvilla mit Meerblick!

Der Marmor, der hier abgebaut wurde ist vor allem deshalb berühmt, weil er besonders hart ist und deshalb nicht so leicht verwittert. Außerdem gibt es hier eine besonders reinweiße Marmorart, den "Snow of Thasos" und als wir die Insel halb umrundet haben und am Steinbruch ankommen, verstehe ich auch, woher dieser Name kommt: Ich habe tatsächlich noch nie Steine gesehen, die so weiß und glatt sind und so wunderbar in der Sonne schimmern! Ich klettere begeistert zwischen den Felsblöcken herum und kann mich gar nicht entscheiden, was ich noch alles fotografieren möchte. Und natürlich finde ich auch meinen Lieblingsstein, den ich aber leider nicht mit nach Hause nehmen kann (zu schwer) und will (wenn jeder Tourist hier was mitnimmt, ist in ein paar Jahren nichts mehr da)... 

Also mache ich brav ein Foto, streichele noch einmal über die wunderbar glatte Oberfläche und nehme nur meine Begeisterung mit... Und das Gefühl, wie beeindruckt ich mal wieder bin, was die Natur so alles zustande bringt!

Giola - Der FelsenPool - Ein Highlight

Als ich im Internet "Thassos" googele, springen mir als allererstes wunderbare Fotos von einem natürlichen Pool ins Auge, der sich  in einem Fels-Bassin gebildet hat. Da muss ich hin! Und zwar direkt an unserem ersten Tag auf Thassos. 

Aus Korfu weiß ich noch, dass solche Kleinode leider meistens nur über lange beschwerliche Fußwege zu erreichen sind und ich möchte mir jeden unnötigen Meter hier am Anfang schon mal sparen...  Also "Giola" ins handy eingegeben und dann fahren wir so weit wie möglich einen kleinen Stichweg mit sehr rauem Asphalt runter... Der bequeme Auto-Teil der Strecke ist nach ein paar Metern aber leider schon zu Ende und wir haben die Wahl unser Auto einfach am Straßenrand oder auf einem, wie es scheint, privaten Olievenhain abzustellen... Wir entscheiden uns für die Straße und los gehts... Wo ist denn bloß der Eingang???... Wir stehen vor einem verschlossenen und umzäunten Freizeitgelände, das sich "Aphrodites Eye" nennt, ein wirklich schöner Name für den Felsenpool - aber hier ist eindeutig kein Durchkommen... hhhmmm... Aber ein Stück den Hang runter sehen wir ganz deutlich ein paar Leute rumspazieren und die müssen ja auch irgendwie hier rein gekomen sein?!... Also das Trüffelschwein ausgepackt und ... schnüff ... schnüff ... Tatatata! Ein Stück weiter runter gibt es noch ein kleineres Türchen im Zaun und das ist nur angelehnt!

Vorweg kann ich rückblickend schon mal sagen, dass ich heilfroh bin, keine Flipflops anzuhaben und wir Gott sein Dank auch daran gedacht haben, genügend Wasser mitzunehmen, denn selbst Anfang November ist es an diesem Felsenpool sehr sehr heiß. Denkt unbedingt an Eure Schwimmsachen, wenn Ihr den Weg schon mal auf Euch nehmt und obwohl hier unten alles voller Felsen ist, kann man tatsächlich auch einen Sonnenschirm in der einen oder anderen kleinen Felsspalte verankern!...

 

So dann also los! Wir spazieren eine gute viertel Stunde bergab durch schöne alte Olievenhaine und vorbei an einem einsamen Schreibtisch unter einem der Bäume, der im Sommer vielleicht als Kassenhäuschen dient? Skurriler Anblick! Wir laufen schön weiter und richten uns nach den Wegweisern, die eine freundliche Seele hier mitten im Nichts immer wieder aufgestellt hat, denn noch haben wir keinen freien Blick runter aufs Meer.

 

Aber dann verändert sich plötzlich die Landschaft und vor uns liegen die Felsen, in die der Giaola-Pool sich eingegraben hat: Eine tolle zerstückelte Landschaft, die nicht nur zum Staunen und Baden, sondern auch zum Klettern und Erkunden einlädt!

Ein natürlicher Felskamin wartet beispielsweise auf Mutige und Lutz klettert mit ein paar Freunden, die wir hier zufällig treffen, erst mal eine steile Wand runter, wo der Eingang zu diesem Kamin liegt, um dann anschließend ein paar Meter von meinem Standort mitten auf dem Felsplateau wieder zum Vorschein zu kommen...

 

Was auch ein bisschen Mut erfordert, aber trotzdem von etlichen Besuchern gewagt wird, ist es, sich am Rand des Giola-Pools oben von der Felskante in das Becken zu stürzen. Die Mädchen, die sich das vor unseren Augen trauen, sehen irgendwie aus wie fliegende Frösche und halten ihre Beine nicht grade, wie man das bei uns im Schwimmunterricht gelernt hat, sondern in einem komischen Winkel und nachdem Lutz es ihnen gleich tut (zum Glück nicht mit dem Kopf voran), ist auch klar, warum man hier besser einen Froschsprung macht: Das Wasser ist nicht sooo wahnsinnig tief und bei einem Köpper läuft man Gefahr, mit Kopfschmerzen wieder aufzutauchen... und mit Haarschmuck, denn hier gibt es Seeigel, in die Lutz auch promt reintritt, als er mit den Füßen zuerst im Pool landet.

Wir verbringen hier jedenfalls ein paar nette Stunden und dann will ich wieder weiter... Es ist inzwischen Mittag und ohne Sonnenschirm wird es mir hier einfach zu heiß - die Felsen strahlen die Sonnenwärme extrem ab -Also tatsächlich der perfekte Ort für Badeurlaub im November!

Potos - Die schönsten Strandcafes

Potos ist einer der Orte, die ich in meiner Internetsuche für eine Unterkunft in die engere Wahl gezogen hatte und dann leider wieder wegen der Nebensaison verworfen habe. 

Zum Frühstücken haben wir aber am dritten Morgen unseres Urlaubs mal Lust auf Abwechslung und fahren kurzerhand nach Potos, da wir heute das Bergdorf Theologos besuchen wollen, das zum Küstenort Potos gehört.

Potos selbst liegt an einer riesigen Straßenkreuzung, an der man abbiegt, wenn man nach Theologos will und hier gibt es einiges an Geschäften und Restaurants. Am Meer erwartet uns dann eine wunderhübsche Strandpromenade, deren Strandcafes aber in der Nebensaison fast alle geschlossen haben. 


Aber wir haben Glück: Ganz am Ende stehen wir schließlich vor der schönen "Anonymo Caffe Bar", die mit Einheimischen gut besetzt ist, gemütliche Stühle direkt am Strand hat und eine wirklich fantastische Speisekarte! Endlich endlich bekommen wir mal so ein richtig tolles ausgiebiges Frühstück - eine echte Seltenheit in Griechenland. 

Eine wirklich empfehlendwerte Leckerei ist hier übrigens der griechische Yoghurt mit Walnüssen und Honig aus Thassos - Mjam! 

Dazu ist unser Kellner noch unglaublich aufmerksam und überschlägt sich vor Herzlichkeit, ohne aufdringlich zu sein... 

Ein wunderbarer Start in den Tag!

Theologos

Theologos - Bruchsteinhäuser und ein Schuster

Das Bergdoprf, das zum Küstenort Potos gehört ist Theologos und ein Besuch wurde mir von Freunden unbedingt ans Herz gelegt. Und tatsächlich ist Theologos ein wunderbares Dorf, in das ich mich sofort verliebe: Auf unserem Spaziergang entlang der Dorfstrasse entdecke ich eine Millionen schöne Kleinigkeiten, freue mich über die vielen schönen Fotomotive, halte immer wieder an und genieße die warme gemütliche Atmosphäre. 


In Theologos gibt es einen sehr bekannten Schuhmacher, der fantastisch bequeme Ledersandalen anfertigen soll (handmade leather sandals), aber leider hat  sein Laden zu und ist auch schon für den Winter eingerüstet. Ich blinzele durch das kleine Fenster und sehe halbleere Regale und breite Tücher, die die wenigen Schuhe abdecken, die noch da stehen... Schade! Dann also beim nächsten Mal im Sommer...

 

Wir bummeln weiter bis zu einem schönen Landgasthaus mit einer Wassermühle etwas ausserhalb des Ortes, wo wir hoffen, einen Kaffee trinken zu können. Aber wie überall ist auch der schon geschlossen und hat sogar die Zugangstreppe zum Restaurant abgebaut. Interessant... Vielleicht eine Einbruchsicherung?...

Immerhin gibt es hier aber ein verstecktes Ziel zum Geo-Catching, einem Online-Suchspiel, das wir wiederentdeckt haben und so sind wir nicht ganz unsonst hier hin gelaufen.

 

Neben der schönen Atmosphäre, die Theologos bietet, gibt es hier auch noch wunderbare Spazier- und Wanderwege, auf denen man die herrliche Natur rundherum erkunden kann und wir entdecken einen kleinen versteckten Wasserfall im Wald und folgen einem sehr schön angelegten Eselspfad, der ca. 1 Stunde im Süden des Dorfes entlang führt... 

Ein wirklich lohnenswertes Ausflugsziel!

Theologos Spaziergang, Wasserfälle und ein  Rundweg

Ein paar Meter nachdem wir am geschlossenen Laden des Schuster vorbei sind, stoßen wir auf den Wegweiser zu einem Wasserfall (Καταρράκτης), dem wir einfach mal spontan folgen. Der Weg führt uns zu ein paar Häusern mit herrlichen Blumen, in denen sich hunderte von Bienen tummeln und weiter an Feldern vorbei in die unberührte Natur, bis wir schließlich vor einem kleinen verwunschenen Wasserfall stehen, der versteckt mitten im Nichts vor sich hinplätschert und sich in ein wunderbar blau-türkises Becken ergiesst - im Sommer sicher ein toller Platz, um zu baden! Wir bleiben ein bisschen und obwohl der Weg hier aufhört, beschließen wir, ihn nicht zurück zu gehen, sondern zu versuchen, uns hier ein bisschen querfelsein zu schlagen. Ein paar Meter kommen wir auch weiter, aber dann wird es plötzlich schwierig, weil auf der einen Seite der Wald mit unüberbrückbaren Schneisen liegt und auf der anderen Seite Felder, die mit hohen Zäunen abgegrenzt sind. Zum Glück sind diese Felder aber alle verlassen und einen bellenden Wachhund hören wir auch nur in der Ferne, also geben wir uns einen Ruck, klettern über einen niedrigen Zaun und laufen querfeldein, bis wir auf einen Weg stoßen, der zwischen den Grundstücken wieder in Richtung Dorf führt. Zwar kommt der bellende Hund jetzt immer näher, aber wir haben uns vorsorglich schon mal einen Stock gesucht - das Mittel, das einen hier eigentlich überall gegen Hundeangriffe schützt...

 

Zurück im Dorf entdecken wir promt noch ein Hinweisschild, das einem alle Sehenswürdigkeiten von Theologos zeigt und mir fällt wieder ein, dass ich im >thassosblog eine schöne Geschichte über einen Wanderweg hier gelesen habe - da will ich unbedingt auch noch hin! 

Der wirklich schöne Weg beginnt an der Kirche Agia Paraskefi (Ιερός ναός Αγίας Παρασκευής) und führt als erstes über eine kleine Brücke, die an einer Seite mit einem Drahtzaun abgesperrt ist. Schnell erkenne ich, dass es sich dabei aber nur um ein improvisiertes kleines Tor handelt, dass die Ziegen daran hindern soll, über die Brücke ins Dorf zu laufen. So was kenne ich in ähnlicher Form aus Norddeutschland, damit die Schafe auf dem Deich nicht abhauen und aus Österreich von den Almen, damit die Kühe bleiben wo sie sind - als Mensch kann man es an einer Seite leicht öffnen und hindurchschlüpfen und das klappt auch hier problemlos... 

Wir laufen über alte Eselspfade, machen ein Picknick an der kleinen Kapelle des Erzengels Michail Archangelos und werden auf unserem Spaziergang immer wieder von Ziegen begleitet, die hier grasen... Der Weg führt vorbei an einem archäologischen Kalkofen und einer alten Steinbrücke aus dem 18. Jahrhundert, die uns kurz das Gefühl gibt, in Irland zu sein und endet schließlich an der zweiten Dorfkirche von Theologos, der Eklisia Agiou Dimitriou (Εκκλησία Αγίου Δημητρίου). Was für ein herrlicher Tag!

Wanderung Theologos nach Kastro

Wer nicht nur Sapzieren gehen möchte, sondern eine richtige Wanderung machen möchte, der kann sich hier ein paar Informationen dazu holen, wie er von Theologos zum nächsten Bergdorf Kastro kommt.

>puriy.de

Pefkari Beach - Ein schöner Tag am Strand

Der nächste kleine Ort entlang der Küste ist Pefkari, das nur aus Ferienwohnungen, im Moment geschlossenen Strandbars und einem sehr schönen langgezogenen Strand besteht - im Sommer sicher ein guter Platz für einen Tag am Meer.

Limenaria - Das gemütliche Städtchen im Süden der Insel

Limenaria ist das zweitgrößte Städtchen im Süden der Insel und verdient die Bezeichnung Stadt eigentlich gar nicht so wirklich, weil es dafür viel zu klein und gemütlich ist und hauptsächlich aus einer schönen Strandpromenade und einer gemütlichen Dorfstraße besteht, an der sich Cafes, Restaurants und ein Souvenirladen aneinanderreihen. Hier haben wir unsere Zelte aufgeschlagen und wie ich gehofft habe, ist der Lieblingsort der Touristen auch in der Nebensaison relativ lebendig und alle Cafes und Restaurants haben geöffnet, sodass wir nie in die Verlegeheit kommen, uns ein Lokal in einem anderen Ort suchen zu müssen, wenn wir Hunger haben. 

Wie fast überall auf der Insel sind wir die einzigen Touristen und das Leben hier ist beschaulich; Limenaria Ende Oktober strahlt eine sehr gemütliche Atmophäre mit viel Ruhe aus und wir fühlen uns hier sehr sehr wohl.


Direkt am Dorfplatz liegt die griechische Taverne "Dionisos" die von ihren Besitzern liebevoll geführt wird und uns wärmstens empfohlen wurde. Emmi, die sympatische Besitzerin, die fantastisch Deutsch spricht, ist für den Service zuständig und Janni, ihr Mann steht in der Küche und zaubert schmackhafte Gerichte.

Die Bars und Restaurants in Limenaria sind fast alle sehr modern und chillig eingerichtet, aber uns zieht es eher in die traditionellen Lokale. Am letzten Abend haben Emmi und Janni geschlossen und so essen wir noch sehr lecker in der "Tavern George", die von Vater und Sohn bewirtschaftet wird, die sich offensichtlich total freuen, so spät im Jahr doch noch Gäste zu haben und uns ein ganz besonderes Gefühl von Gastlichkeit vermitteln.

 

Natürlich hat Limenaria auch einen Strand, der kann es aber mit anderen Stränden auf Thassos nicht aufnehmen, was uns nicht weiter stört, denn Limenaria liegt genau zwischen dem oft gerühmten Strand von Trypiti im Westen, der ein paar tolle Felsformationen vorzuweisen hat und der ruhigen kleinen Bucht des Metalia Beach im Osten und auch der langgezogene schöne Sandstrand von Pefkari liegt in unmittelbarer Nachbarschaft.

 

Was einen Ausflug nach Limenaria allerdings zu einem absoluten Muss macht, ist eine alte verlassene Fabrikanten-Villa, der Palati, der hoch über der Bucht steht und Tag und Nacht für eine wunderschöne Kulisse sorgt. Und auch der kleine Abstecher von dort aus zum angeschlossenen Metalia Beach lohnt sich unbedingt, denn hier kann man eine alte verlassene Fabrikanlage bewundern - ein Paradies für alle Fotografen unter Euch!

 

Zu Limenaria gehört übrigens das malerische Bergdorf Kastro, das den schönsten Blick über das Meer im Westen bis zum Berg Athos bietet, der auf der Nachbarhalbinsel tront.

Palati & Metalia Beach - Die alte Villa und eine verwunschene Fabrikanalage

Der Palati wurde 1903-1905 von F.Speidel dem Besitzer des Bergwerks Speidel & Pforzheim  gebaut und diente als Verwaltungs- und Wohngebäude. Heute steht die Villa leer und bietet wunderbare Motive für alle Fotografen und Abenteurer. Natürlich gibt es einen Zaun, der aber eine sehr große Lücke aufweist und es interessiert niemanden, als wir hier auf eigene Gefahr auf Entdeckungstour gehen... Seht selbst...

 

Direkt neben dem Palati weist ein Schild den Weg zum Metalia Beach, den wir uns auch noch angucken wollen. Wir laufen also runter zum Strand und ich bin im Paradies! Überall in der Wildnis ragen plötzlich schöne alte Backsteinkamine, interessante Maschinenkonstruktionen und verrostete Metallschornsteine wie Orgelpfeifen auf, die vor ewigen Zeiten mal zur Erzgewinnung genutzt wurden und dann vergessen wurden. Ein Areal wie auf einer geheimen Schatzinsel! Lutz sieht meine leuchtenden Augen und reagiert pragmatisch: Er geht einfach schon mal runter zum Strand und wartet da in Ruhe ab, bis ich meinen Fotografier-Rausch ausgelebt habe...

 

Für alle, die es interessiert hier noch ein paar Infos:

Am Metalia-Strand wurde ab 1903 Zink, Blei und Silber gewonnen.

Nach dem 1. Weltkrieg wurde die Anlage an die Firma Vielle Montagne verkauft, einen Interessensverband der Firmen Apostolopoulouia - Schmidt - Krupp, die bis 1930 weiter Eisenerze förderten. Nach Entdeckung von großen und billigeren Eisenerzlagern in Afrika 1962 wurde die Förderung in ganz Griechenland eingestellt.

 

Metalia Beach - Die Yoga-Bucht

Der Metalia Beach hat vielleicht nicht den allerfeinsten und allerweißesten Sand, aber die Kulisse der alten Fabrikanlage und ein sehr nettes kleines Strandlokal machen ihn trotzdem zu einem lohnenswerten Ziel. Außerdem besteht der Metalia Beach aus zwei kleinen abgeschiedenen Buchten und dank der geschützen Atmosphäre, die man hier verspürt, werden hier Yoga-Stunden angeboten, was wirklich gut hier her passt.

Spaziergang Limenaria nach Pefkari

Vom Metalia Beach aus beschließen wir, dem Spazierweg nach Pefkari zu folgen, der oberhalb der Küste angelegt wurde und herrliche Ausblicke bietet. Da es heute bedeckt ist, strahlt das Meer zwar nicht in seiner sonst übrlichen türkisblauen Farbe, aber dafür kommen wir auch nocht so ins Schwitzen wie sonst. Auf dem Weg liegt die "Krone von Limenaria" ein 2005 errichteter Steinkreis, der von 35 Schüler und 3 Lehrern der Waldorfshcule Stuttgart, dem Architekten Johannes Matthiessen, dem Bildhauer Kostas Lovoulos sowie Einwohnern und Künslern aus Liemaria geschaffen wurde.

Wir laufen heute nur bis Pefkari, aber wer Lust hat, kann man auf dieser Strecke auch bis nach Potos kommen.

Kastro - Dem Himmel so nah

Da es schon später Nachmittag ist, als wir unseren Spaziergang in Theologos hinter uns haben, entscheiden wir uns, nicht noch die (laut google maps) zweistündige Bergwanderung von Theologos nach Kastro zu machen, sondern mit dem Auto nach Kastro zu fahren.

Nach vielfältigen Erfahrungen mit den Bergstraßen in Griechenland, die googlemaps uns immer sehr optimistisch als normale Wege anzeigt, sind wir allerdings vorsichtig geworden und ich gucke mir die vermeintlichen "Straßen" immer erst mal auf der Satellitenansicht an. Auch diesmal lohnt sich diese Vorsichtsmaßnahme, denn ich kann an einer Stelle gar keinen Weg mehr erkennen. Also entscheiden wir uns, die ganz normale Straße zurück zur großen Ringstraße zu fahren und von da aus die Straße nach Kastro zu nehmen - das ist zwar weiter, aber man braucht laut googlemaps auf beiden Wegen gleich lange... Wenn man auf dem nicht befestigten Bergweg denn tatsächlich mit seinem normalen Auto ohne Vierradantrieb bis zum Ziel käme...

 

Auf der Straße nach Kastro sind an einigen Stellen Warn-Pilone am Rand aufgestellt, die einen größeren Bereich der Straße absperren, es ist aber bis auf einen minimalen Riß im Asphalt nicht wirklich zu sehen, warum das wohl so ist. Na gut, der Straßenrand wirkt ein bisschen abgebröckelt und nicht mehr ganz grade... In Deutschland kenne ich das nur, wenn z.B. auf der Autobahn eine Baustelle vorbereitet wird, aber noch nicht mit den Bauarbeiten begonnen wurde... Komisch! Erst auf dem Rückweg, als wir auf der Seite dieser Pilone fahren und ich mich nach der nächsten Kurve umdrehe, um zu sehen, was der Grund für diese Teilsperrungen ist, kann ich erkennen was hier los ist und falle fast tot um vor Schreck: Der komplette Hang unterhalb dieser abgesperrten Straßen ist unterspült worden und abgerutscht und mit ihm der Betonunterbau, der die ganze Straße stützt!... Au weia!

 

Aber jetzt erst mal auf nach Kastro!

Wir erreichen Kastro am Ende eines schönen Tages pünktlich zur Dämmerung und haben damit unabsichtlich alles genau richtig gemacht. Kastro liegt nämlich auf einem breiten Felsplateau hoch oben auf den Bergen und man hat einen göttlichen Blick über die umliegenden Berge und nach Westen, wo die Sonne im Meer versinkt. Am Ende des Dorfes liegt auf der Bergkuppe eine Kirche mit einer kleinen Kapelle und ich setze mich an den Rand des Abhangs, beobachte ein Weilchen die hier grasenden Schafe, deren Glöckchen leise im Hintergrund bimmeln und lasse meinen Blick schweifen... nehme die Ruhe in mich auf und freue mich einfach nur, einen so wunderbaren Platz auf der Welt gefunden zu haben...


Kurz bevor die Sonne ganz verschwunden ist, laufen wir noch ins Dorf runter und bummeln ein bisschen durch die Gassen. Alle Häuser in Kastro sind aus diesem tollen Bruchstein gebaut, aus dem der ganze Berg besteht und es gibt einen wunderschönen kleinen Dorfplatz direkt an der Kirche mit einem großen alten Baum und vielen vielen gemütlichen Plätzen zum Sitzen und Genießen, zum Beispiel "Kostas Tavern", die uns von allen Seiten empfohlen wurde, aber leider wie alles andere auch schon über den Winter geschlossen ist... 

Und auch in Kastro war ich auf jeden Fall nicht zum letzten Mal!

Marion / Maries

Skala Marion - Abendessen mit Sonnenuntergang

Einer unserer Lieblingsplätze auf Thassos  ist schon nach zwei Tagen das kleine Fischerdorf Skala Marion, das zwar keinen Strand hat, aber dafür einen gemütlichen Hafen mit einer Handvoll Tavernen, die alle geöffnet sind. Besonders Abends lohnt es sich, hier zu sitzen und die Ruhe zu genießen, denn wir erleben hier wunderbare Sonnenuntergänge. Und das Restaurant "Lagos" überracht nicht nur mit einem supernetten Besitzer, sondern mit einer Speisekarte, die über die üblichen griechischen Gerichten hinaus noch eine tolle Auswahl an anderen Leckereien bietet, so z.B. Bruscetta.

 

An einem Abend erleben wir eine ziemlich skurrile Situation, als nämlich im Lokal am einen Ende des Hafens eine Gruppe Einheimischer eine kleine Privatparty startet, die Musik lauter dreht und die griechischen Lieder aus dem Lautsprecher mitgrölt. Wir grinsen uns einen und freuen uns über die ausgelassene Stimmung, bis das Ganze den Besitzer des Lokals am anderen Ende des Hafens plötzlich zu stören scheint und er einen mannshohen Lautsprecher vor seinem Lokal positioniert, ihn in Richtung der fröhlichen Gruppe dreht und den Lautstärkeregler mit Schlagermusik bis zum Anschlag dreht... Oh mein Gott!!! Wir sitzen leider genau in der Mitte und ich denke mir nur: Was für ein Kinderkram! Wer hat hier die dickeren Muskeln?! ...

Zum Glück dauert die ganze Sache nicht all zu lange. Nach 20 Minuten beschließt der Schlager-Fuzzi, dass ihm das wohl doch zu dumm ist und dreht die Lautstärke wieder runter... Danke!

Die feiernden Griechen lassen sich jedenfalls nicht abhalten und begleiten uns weiter den ganzen Abend mit selbstgesungenen Volkslieder und wir genießen noch ein bisschen unseren Lieblingsplatz und fühlen uns fast so ein bisschen, als gehören wir dazu...

Maries - Das älteste Bergdorf

Auch Maries, das älteste Bergdorf auf Thassos, das zim Hafen Skala Marion gehört, müssen wir uns leider für einen anderen Besuch aufheben


Informationen bekommst Du trotzdem hier: >thassosblog

Skala Kallirachi und Kallirachi

Skala Kallirachi ist ein nettes Fischerdorf und Kallirachi das dazu gehörige größte der Bergdörfer mit schönen Tavernen und alten Häusern. Wir haben es nicht geschafft, beide zu besuchen, aber für ein paar Infos guckt Ihr einfach hier:

>thassosblog

Prinos

Prinos - Wochenmarkt und goldener Thassos-Honig

Jeden Montag ist Markt in Prinos und wir beschließen, dort ein bisschen bummeln zu gehen und vor allem den fantastischen Honig zu kaufen, den es hier gibt. Eigentlich bin ich gar kein großer Honig-Fan, weil der meistens für meinen Geschmack zu streng schmeckt. Aber der Honig von Thassos schmeckt selbst mir, denn er ist mild und hat ein ganz leichtes Karamellaroma... Mjam!

In Prinos angekommen suchen wir uns erst mal einen Parkplatz auf griechische Art, das heißt, wir parken mitten auf der einzigen Kreuzung und steigen aus. 

Und weil es noch früh am Morgen ist und wir noch nicht gefrühstückt haben betreten wir erst mal die Kaffeebude direkt vor uns und holen uns einen CappuchinoLatte, bevor wir uns ins Getümmel stürzen. Witzigerweise treffen wir hier den Besitzer des Restaurants "Lagos" aus Skala Marion, der uns promt den Kaffee unbedingt spendieren will - schließlich sind wir ja fast schon Stammgäste!

 

Der Markt von Prinos ist nett und bunt und sieht genauso aus, wie die Märkte bei uns in Thessaloniki, also bummeln wir einmal von hinten nach vorne, kaufen ein bisschen frisches Obst und stehen schließlich vor dem Honigstand, der ganz am Anfang mitten in der Mitte der Stände trohnt. Der nette Verkäufer verwickelt uns in ein kleines Gespräch mit viel freundlichem Lachen, als er merkt, dass wir aus Deutschland kommen und wir kaufen ihm glücklich und zufrieden einen riesigen Pott mit 3 kg flüssigem Gold für 20 € ab. Damit sollten wir eine Weile hinkommen und für die Lieben in Deutschland könnte sogar auch noch was übrig bleiben...


So und jetzt wollen wir frühstücken! Prinos ist nicht sehr groß und besteht eigentlich nur aus der großen Kreuzung, an der wir geparkt haben und den den beiden Straßen, die davon abegehen. Und einen Dorfplatz mit Cafes finden wir auf Anhieb nicht. Also suchen wir uns einfach das Cafe an der Kreuzung aus, in dem die meisten Großeltern an Tischen direkt auf dem Bürgersteig sitzen und setzen uns dazu, denn wo die Einheimischen sitzen und essen kann es nicht so schlecht sein... 

Und hier haben wir die dritte supernette Begegnung an diesem Morgen: Nachdem wir uns den letzten Platz gesichert haben, betrete ich das Cafe und frage eine nette kleine Omi, die da sitzt freundlich auf Griechisch, wo denn die Toiletten sind? Die Omi ist die Mutter der Besitzerin und so begeistert, dass ich als Deutsche ein paar Brocken Griechisch spreche, dass sie sich unbedingt mit mir unterhalten will und ich tatsächlich das komplette wackelige Repertoire meines >Selbst-Lern-Griechischkurses zum Besten geben kann! Wir lachen und gestikulieren und sie kommt später extra noch mal an unseren Tisch, um ein Foto von uns beiden zu machen. 

Ach so schön ist griechische Gastfreundschaft!

 

Und auch die anderen Omis, die an den kleinen Cafetischen an der Straße sitzen, haben uns ins Herz geschlossen: Als ich endlich wieder nach draußen komme, sitzt Lutz nicht mehr an unserem Tisch, sondern steht am Nebentisch und tippt auf einem handy herum, das der uralten Frau gehört, die neben ihm sitzt und ihn von unten mit großen hoffnungsvollen Augen anstrahlt... wobei der einzige noch vorhandene Zahn in ihrem Mund mit ihr um die Wette strahlt.

Sie hat sich das wlan-Passwort des Hotel Lito geben lassen, das direkt nebenan ist, schafft es aber nicht, sich dort einzuwählen. Da kann der junge Mann ihr doch bestimmt helfen?!

 

Was für ein schöner Start in den Tag!

Unser Cafe hat übrigens keinen Namen, den ich auf google gefunden habe, aber hier sind die Koordinaten: 40°44'30.3"N 24°34'35.7"E.


Und wer noch einen schönen Bericht über Prinos lesen möchte, der guckt einfach wieder hier:

>thassosblog

Prinos Beach / Ormos Prinou - Einsame Spitze am Ende der Welt

Kurz vor Prinos gibt es eine Landzunge mit einem Strand, wo ich ebenfalls eine Unterkunft im Internet gefunden hatte, die ich aber dann wieder verworfen habe, weil es hier in der Nebensaison keine geöffneten Restaurants und Cafes gibt. Trotzdem gucken wir uns dieses nette Fleckchen mal an, wenn wir schon mal hier sind und hier sind die Bilder dazu:

Megalos Prinos / Kazaviti

Megalos Prinos ist das Bergdorf, das zu Prinos gehört und  das wir aufgrund unseres Kurztripps leider auch nicht schaffen, zu besuchen. 

Das Dorf muss aber sehr schön sein und hier gibt es einen wunderbaren Dorfplatz mit einer alten Platane, unter der man sitzen und essen kann.

Rachoni - Und noch ein schönes Bergdorf

Rachoni ist letzte Bergdorf, das auf meiner Wunschliste stand, weil es dort eine Kirche gibt, die über einer Quelle errichtet wurde, sodass diese Quelle nun IN der Kirche entspringt. Aber da wir nicht über die Insel von Attraktion zu Attraktion hetzen wollen, verschieben wir auch diesen Besuch auf ein anderes Mal. 

Einen schönen Bericht dazu gibt es aber hier:

>thassosblog

Kloster

Kloster Archangelou

An der Straße zwischen Giola und Aliki liegt das wunderschöne Kloster Archangelou und egal, wo wir bisher in Griechenland waren, haben wir es bisher nie versäumt, uns auch eins der schönen Kloster anzugucken. 

Was uns aber bisher noch nie passiert ist, ist dass ein Kloster zwar für die Allgemeinheit geöffnet, aber so abweisend zu seinen Besuchern ist, dass man möglichst schnell wieder das Weite sucht...


Vor dem Eingang von Archangelou erwartet uns zunächst mal ein Schild mit 11 verbotenen Dingen, die man hier nicht tun darf. Wow! Selbst die überaus heiligen und ehrwürdigen Kloster von Meteora kommen grade mal auf die Hälte an Verboten...

Dass man als Frau im Kloster ein bodenlanges Tuch um die Hüften tragen muss, bin ich inzwischen gewohnt und habe wohlweislich eines dabei, das ich mir auch unaufgefordert umbinde.

Hinter dem Eingang sitzt ein altes Mütterchen und bewacht die Pforte - auch nichts Neues... 

Was mir aber noch nie passiert ist: Die Alte hier ist unfassbar mürrisch, kommt auf mich zugeschossen, murmelt unfreundliche Sachen, zeigt mit ihrem Finger unwillig auf mein Hüfttuch und fingert und zerrt ohne zu fragen an mir herum. Ich bin erstaunt und verstehe kein Wort,  wickele das Tuch aber einfach mal statt links herum einmal rechts herum und dann lässt sie uns ohne ein Wort und mit missbilligendem Blick passieren, weil sie sich freudestrahlend mit einem jungen Mädchen unterhalten will, das an uns vorbei läuft und hier offensichtlich wohnt - das Mädchen trägt übrigens Minirock und Leggins... na ja... 

Wir spazieren also in Ruhe einmal über das Klostergelände, das wie gesagt wunderschön ist und die herrliche Lage mit Blick aufs Meer trägt ebenfalls zu einer tollen Atmosphäre bei... wenn nicht an jeder Ecke wieder riesige Verbotsschilder stehen würden, die vor allem einfordern, dass man hier auf gar keinen Fall fotografieren darf... und wenn nicht jeder, der uns begegnet unser freundliches Grüßen mit eisigem Schweigen und abweisendem Blick beantworten würde... 

Sehr schade, was die frommen Menschen hier unter Gastfreundschaft verstehen! Wir haben jedenfalls das Gefühl, dass wir hier nicht besonders willkommen sind und sehen zu, dass wir diesen ungastlichen Ort schnell wieder verlassen!

Auch von außen kann man das Kloster übrigens leider nicht fotografieren - die heiligen Menschen da drin haben nämlich gegen die neugierigen Blicke der Außenwelt eine dicke hohe Betonmauer vor ihrem Kloster errichtet... 

Inzwischen frage ich mich, wenn man Fremde so dermaßen vetabscheut, warum man dann überhaupt seine Pforten öffnen??? 

Es hätte doch niemand was dagegen, wenn dieses Kloster in aller Einkehr und Ruhe einfach sein eigenes Süppchen kocht?! 

Hhhmm, vielleicht liegt die Antwort ja in dem ziemlich großen gläsernen Pavillion, der schön zentral mitten im Kloster liegt und im Moment aufgrund der Nebensaison geschlossen ist? ... Das Gebäude, das mir bei unserem kurzen Rundgang sofort ins Auge gestochen ist, weil es nämlich unübersehbar war, ist nämlich der Souvenirladen des Klosters, der in der Hauptsaison sicher für nette Einkünfte sorgt... 

So und mehr sage ich dazu jetzt nicht ... 

Probiert einfach selber Euer Glück und macht euch einen Eindruck, wenn Ihr mal da seid - aber am Besten nicht in der Nebensaison!

Auf dem Parkplatz mache ich dann immerhin noch ein Foto von der schönen Bucht vor dem Kloster und entdecke dabei ein paar entzückende Fliege-Teile: Sehen ein bisschen aus, wie kleine Kolibris, die sich als Bienen getarnt haben - seeehr niedlich!

Moni Agiou Panteleimona

Hoch in den Bergen zwischen Maries und Megalos Prinos liegt noch ein anderes Kloster, das sehr schön sein soll und eine kleine Höhlenkapelle hat, die man besichtigen darf. Leider haben wir dieses mal keine Zeit, uns das schöne Kloster anzugucken, aber beim nächsten Mal steht das unbedingt auf meiner to-do-Liste!

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